Mit Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ bringt die Komische Oper Berlin im November 2026 eines der bekanntesten Werke des italienischen Opernrepertoires auf die Bühne. Zu erleben ist die Inszenierung von Andrea Breth, die zuvor bereits beim Festival d’Aix-en-Provence und an der Opéra National de Lyon gezeigt wurde und nun im Berliner Schillertheater ihre Premiere feiert.
Im Mittelpunkt steht die junge Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, die den amerikanischen Marineoffizier Pinkerton heiratet. Während die Verbindung für ihn nicht mehr als ein exotisches Abenteuer darstellt, setzt Butterfly all ihre Hoffnungen auf die gemeinsame Zukunft. Sie lässt ihr bisheriges Leben hinter sich und wartet nach Pinkertons Abreise jahrelang auf dessen Rückkehr – gemeinsam mit ihrem Sohn.
Drei Jahre später kehrt Pinkerton tatsächlich nach Japan zurück. Doch er kommt nicht allein: An seiner Seite befindet sich seine amerikanische Ehefrau, mit der er Butterfly nun auch noch das gemeinsame Kind wegnehmen möchte. Für Cio-Cio-San bricht damit jene Zukunft endgültig zusammen, an die sie unbeirrbar geglaubt hat.
Puccinis 1904 uraufgeführte Oper verbindet die persönliche Tragödie ihrer Titelfigur mit dem Aufeinandertreffen zweier Welten. Dabei rückt zugleich die Rücksichtslosigkeit eines westlichen Blicks in den Mittelpunkt, für den Pinkerton exemplarisch steht. Cio-Cio-San hingegen durchläuft eine der eindrucksvollsten Entwicklungen unter Puccinis Opernfiguren – von der jungen Geisha über die hoffnungsvolle Ehefrau bis zur alleinerziehenden Mutter, die schließlich keinen anderen Ausweg mehr sieht.
Andrea Breth, bekannt für ihre psychologisch präzisen Inszenierungen, setzt in ihrer Interpretation auf eine bewusst malerische Ästhetik. Kimonos, Kirschblüten und Kraniche treffen auf eine ruhige Personenführung, die den Fokus auf die Figuren und ihre Beziehungen legt. So entfaltet sich Puccinis tragische Liebesgeschichte zwischen großer Emotionalität und genauer Beobachtung ihrer Protagonisten.
„Madama Butterfly“ ist eine Koproduktion der Komischen Oper Berlin mit dem Festival d’Aix-en-Provence, der Opéra National de Lyon und den Théâtres de la Ville de Luxembourg.
Premiere 21. November 2026
weitere Aufführungen: 28. November, 3., 5., 10., 18. und 27. Dezember 2026 sowie 2. und 15. Januar 2027










