Mit „Märchen im Grand-Hotel“ bringt das Theater Kiel im November 2026 eine der schillerndsten Jazz-Operetten von Paul Abraham auf die Bühne. Die 1934 am Theater an der Wien uraufgeführte Komödie verbindet den Glanz des europäischen Hochadels mit der aufstrebenden Filmwelt Hollywoods und entfaltet ein turbulentes Spiel um Liebe, gesellschaftliche Stellung und die große Sehnsucht nach Ruhm.

Im Mittelpunkt steht Marylou Mackintosh, die Tochter eines erfolgreichen amerikanischen Filmproduzenten. In der von Männern dominierten Filmbranche möchte sie sich behaupten und ihrem Vater beweisen, dass sie selbst das Zeug dazu hat, einen Kinoerfolg zu entwickeln. Auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Geschichte reist sie nach Europa, wo sie in der exklusiven Atmosphäre eines Grand-Hotels auf vielversprechende Persönlichkeiten trifft.

Unter den Gästen befindet sich die abgesetzte spanische Infantin Isabella, deren gesellschaftliche Stellung zwar von großem Prestige, aber längst nicht mehr von uneingeschränkter Macht geprägt ist. Ihr Verlobter, Prinz Andreas, entstammt dem österreichischen Hochadel und verfolgt durchaus eigene Interessen. Zugleich schwärmt der Zimmerkellner Albert für die vermeintlich unerreichbare Prinzessin. Für Marylou ergibt sich daraus ein ebenso romantischer wie komischer Stoff, der alle Zutaten für einen erfolgreichen Film zu enthalten scheint.

Doch während sie versucht, die Ereignisse in eine passende Geschichte zu verwandeln, entwickelt das Geschehen zunehmend eine Eigendynamik. Die Grenzen zwischen gesellschaftlicher Inszenierung und tatsächlichen Gefühlen verschwimmen. Standesunterschiede, romantische Verwicklungen und die exzentrischen Eigenheiten der Hotelgäste sorgen dafür, dass sich die Handlung immer weiter zuspitzt.

Paul Abraham gehörte in den frühen 1930er-Jahren zu den erfolgreichsten Operettenkomponisten Europas. Seine Werke verbanden die Tradition der Wiener Operette mit den damals modernen Klängen von Jazz, Tanzmusik und Revue. „Märchen im Grand-Hotel“ entstand nach einer Vorlage von Alfred Savoir; das Libretto schrieben Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda. Die Operette spielt mit den gesellschaftlichen Umbrüchen ihrer Entstehungszeit und nimmt zugleich die Welt des Films und die Selbstinszenierung des europäischen Adels aufs Korn.

Am Theater Kiel führt Christian Thausing Regie und bringt das Werk erstmals auf die Bühne des Kieler Opernhauses. Die musikalische Leitung übernimmt Moritz Caffier, für die Ausstattung zeichnen Okarina Peter und Timo Dentler verantwortlich. Sean Stephens gestaltet die Choreografie. Xenia Cumento ist als Infantin Isabella zu erleben, Sophia Euskirchen als Marylou Mackintosh und Michael Müller-Kasztelan als Zimmerkellner Albert. Gemeinsam mit dem Opernchor und dem Philharmonischen Orchester Kiel entsteht eine temporeiche Revueoperette zwischen Hollywood-Glamour, aristokratischer Exzentrik und musikalischer Lebensfreude.
Premiere 21. November 2026
weitere Aufführungen: 29. November, 10., 18., 26. und 31. Dezember 2026 sowie 9., 16., 23. und 31. Januar und 3., 21. und 28. Februar 2027

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