Mit Friedrich Schillers „Don Karlos“ bringt das Deutsche Nationaltheater Weimar im Februar 2027 eines der bedeutendsten Dramen der deutschen Theaterliteratur auf die Bühne des Großen Hauses. Die Geschichte über Liebe, Macht und politische Freiheit führt an den spanischen Königshof des 16. Jahrhunderts und erzählt von Menschen, deren persönliche Sehnsüchte zunehmend mit den Interessen eines autoritären Herrschaftssystems kollidieren.

Im Mittelpunkt steht der junge Thronfolger Don Karlos, Sohn des spanischen Königs Philipp II. Er liebt Elisabeth von Valois, die ursprünglich seine Frau werden sollte, inzwischen jedoch mit seinem Vater verheiratet ist. Die unerfüllte Liebe belastet den Prinzen schwer und lässt ihn an seiner persönlichen Zukunft verzweifeln. Gleichzeitig wächst am königlichen Hof das Misstrauen zwischen Vater und Sohn.

Als Don Karlos seinem Jugendfreund Marquis von Posa begegnet, erhält sein Leben eine neue Perspektive. Posa versucht, ihn von seinen privaten Sorgen abzulenken und für eine größere politische Aufgabe zu gewinnen. In den Niederlanden leidet die Bevölkerung unter der gewaltsamen Herrschaft Spaniens. Der Marquis hofft, dass Karlos seine Stellung als Thronfolger nutzen könnte, um sich für die Unterdrückten einzusetzen und politische Veränderungen herbeizuführen.

Doch am Hof Philipps II. sind persönliche Beziehungen und politische Interessen untrennbar miteinander verbunden. Misstrauen, Eifersucht und Intrigen bestimmen das Geschehen. Während Posa versucht, seine Vorstellungen von Freiheit und Menschlichkeit zu verwirklichen, gerät auch er zunehmend in einen Konflikt zwischen seinen politischen Idealen und der Loyalität gegenüber seinem Freund.

Friedrich Schiller veröffentlichte „Don Karlos“ 1787. Das Drama markiert einen wichtigen Übergang in seinem Schaffen und verbindet persönliche Konflikte mit den politischen Ideen der Aufklärung. Besonders die Figur des Marquis von Posa verkörpert den Wunsch nach Gedankenfreiheit und einer Gesellschaft, in der Menschen nicht allein den Interessen absolutistischer Herrscher unterworfen sind. Damit stellt Schiller Fragen nach Macht, Verantwortung und individueller Selbstbestimmung, die weit über den historischen Hintergrund hinausreichen.

Am Deutschen Nationaltheater Weimar übernimmt Joanna Lewicka die Inszenierung. Die Regisseurin widmet sich Schillers Drama mit einem besonderen Blick auf die Spannung zwischen den Zwängen der Geschichte und dem Streben nach persönlicher Freiheit. Das Bühnenbild gestaltet Norbert Bellen, die Kostüme stammen von Vanessa Vadineanu. Aleksander Janas zeichnet für das Videodesign verantwortlich, die Dramaturgie liegt bei Hermann Mueller. So kehrt „Don Karlos“ erstmals seit der Spielzeit 2009/10 als Neuproduktion auf die Bühne des Deutschen Nationaltheaters zurück.
Premiere 20. Februar
weitere Aufführungen: 27. Februar, 14. März, 3. und 18. April sowie 13. und 28. Mai 2027

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