Mit Werken von Anna Thorvaldsdottir und Dmitri Schostakowitsch präsentiert das Philharmonische Orchester Freiburg am 15. Dezember 2026 einen Konzertabend zwischen zeitgenössischer Klangkunst und großer sinfonischer Dramatik. Die musikalische Leitung übernimmt André de Ridder.
Im Mittelpunkt des ersten Konzertteils steht „Before we fall“, ein Cellokonzert der isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdottir. Ihre Musik zeichnet sich durch ungewöhnliche Klangfarben, fein abgestufte musikalische Entwicklungen und eine intensive Auseinandersetzung mit den Ausdrucksmöglichkeiten des Orchesters aus. In diesem Werk tritt das Violoncello nicht einfach als virtuoses Soloinstrument hervor, sondern wird Teil einer vielschichtigen Klanglandschaft. Zwischen fragilen Momenten, kraftvollen Ausbrüchen und geheimnisvollen Klangflächen entsteht eine musikalische Atmosphäre voller Spannung.
Thorvaldsdottir gehört zu den international bedeutenden Stimmen der zeitgenössischen Orchestermusik. Ihre Kompositionen entwickeln sich häufig aus langsam verändernden Klangstrukturen, die an natürliche Prozesse und Landschaften erinnern. Auch „Before we fall“ lebt von der unmittelbaren Beziehung zwischen Soloinstrument und Orchester. Die Musik entfaltet einen besonderen Sog und eröffnet dem Publikum einen eigenständigen Zugang zur modernen Konzertliteratur.
Mit Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 8 in c-Moll op. 65 folgt eines der eindringlichsten Orchesterwerke des 20. Jahrhunderts. Die 1943 während des Zweiten Weltkriegs entstandene Komposition ist von tiefen Gegensätzen geprägt. Monumentale musikalische Steigerungen wechseln mit beklemmender Stille, düsteren Klangfarben und Momenten erschütternder Innerlichkeit. Anders als eine triumphale Kriegssinfonie erscheint das Werk vielmehr als musikalische Auseinandersetzung mit menschlichem Leid, Gewalt und Verlust.
Unter der Leitung von André de Ridder verbindet das Philharmonische Orchester Freiburg zwei Werke, die auf unterschiedliche Weise existenzielle Erfahrungen musikalisch erfahrbar machen. Der Konzertabend stellt die expressive Kraft des modernen Sinfonieorchesters in den Mittelpunkt und eröffnet einen intensiven Dialog zwischen Gegenwart und Musikgeschichte.
15. Dezember 2026

