Rachmaninows legendäres drittes Klavierkonzert trifft auf die fantastische Klangwelt von Strawinskys „Feuervogel“. Joana Mallwitz und das Konzerthausorchester Berlin begrüßen mit Francesco Piemontesi einen der profiliertesten Schweizer Pianisten seiner Generation.

Kaum ein Klavierkonzert genießt unter Pianisten einen derart ehrfurchtgebietenden Ruf wie Sergej Rachmaninows Konzert Nr. 3 in d-Moll op. 30. Der russische Komponist schrieb es 1909 für seine erste Konzertreise durch die Vereinigten Staaten und übernahm bei der New Yorker Uraufführung selbst den Solopart. Die enorme technische Schwierigkeit des Werkes ist legendär: Gewaltige Akkordpassagen, rasante Läufe und komplexe rhythmische Strukturen verlangen dem Solisten höchste Konzentration ab. Doch hinter der Virtuosität verbirgt sich eine zutiefst persönliche Musik, deren weitgespannte Melodien von Sehnsucht und melancholischer Innigkeit erzählen.

Francesco Piemontesi hat sich mit seinem differenzierten Klavierspiel und seiner außergewöhnlichen Klangkultur international einen Namen gemacht. Der aus Locarno stammende Musiker ist regelmäßig bei bedeutenden Orchestern und Festivals zu Gast. Seine Interpretationen verbinden analytische Präzision mit einem feinen Gespür für musikalische Farben und Spannungsbögen. Gerade Rachmaninows drittes Klavierkonzert eröffnet ihm die Möglichkeit, diese Qualitäten zwischen orchestraler Klanggewalt und kammermusikalischer Sensibilität auszuspielen.

Einen reizvollen Kontrast setzt die kanadische Gegenwartsmusik: Samy Moussas Orchesterwerk „Crimson“ aus dem Jahr 2015 führt in eine kompakte, farbenintensive Klangwelt. Der Titel bedeutet übersetzt „Purpur“ und deutet bereits auf die besondere Bedeutung musikalischer Farben hin. Moussa gehört zu den international gefragten Komponisten seiner Generation und ist für eine unmittelbar wirkende, kraftvolle Orchestersprache bekannt.

Zum Abschluss öffnet sich der Vorhang zu einer der berühmtesten Märchenwelten der Musikgeschichte. Igor Strawinskys Ballett „Der Feuervogel“ wurde 1910 in Paris uraufgeführt und begründete den internationalen Ruhm des damals noch jungen Komponisten. Die Konzertsuite von 1919 verdichtet die Handlung um den geheimnisvollen Feuervogel, den bösen Zauberer Kastschei und die Befreiung gefangener Prinzessinnen zu einer faszinierenden Folge orchestraler Bilder. Geheimnisvolle Streicherklänge, wilde rhythmische Ausbrüche und ein überwältigendes Finale machen das Werk zu einem Höhepunkt der frühen musikalischen Moderne.

Joana Mallwitz, Chefdirigentin des Konzerthausorchesters Berlin, ist für ihre lebendigen und dramaturgisch durchdachten Interpretationen bekannt. Die Begegnung von Rachmaninows romantischer Ausdruckskraft, Moussas zeitgenössischer Klangkunst und Strawinskys farbenreicher Ballettmusik eröffnet ihr und dem Orchester ein besonders vielseitiges Programm.
12., 13. und 14. Februar 2027

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