Zwei außergewöhnliche Solisten, vier Komponisten und ein musikalisches Wechselspiel voller Überraschungen: Lisa Batiashvili und François Leleux sind gemeinsam mit der Kammerakademie Potsdam im Nikolaisaal zu erleben. Der Konzertabend führt von der Wiener Klassik bis zu Sergej Prokofjews ebenso geistvoller wie humorvoller Auseinandersetzung mit ihren Traditionen.
Lisa Batiashvili zählt zu den international gefragtesten Geigerinnen ihrer Generation. Die in Georgien geborene Musikerin begeistert mit einem Spiel, das technische Souveränität, klangliche Eleganz und emotionale Intensität vereint. Ihr musikalischer Partner François Leleux gehört zu den bedeutenden Oboisten der Gegenwart und ist zugleich als Dirigent erfolgreich. Die beiden Künstler verbindet eine langjährige musikalische Zusammenarbeit, die besonders in Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert für Violine und Oboe in d-Moll BWV 1060 zur Geltung kommt.
Das Konzert eröffnet Joseph Haydns Sinfonie Nr. 83 in g-Moll, die den Beinamen „La Poule“ – „Die Henne“ – trägt. Die Bezeichnung geht auf ein charakteristisches Motiv im ersten Satz zurück, dessen punktierter Rhythmus an das Gackern eines Huhns erinnert. Haydn komponierte das Werk im Rahmen seiner berühmten Pariser Sinfonien und verband darin dramatische Kontraste mit musikalischem Witz und überraschenden Wendungen.
In Bachs Doppelkonzert begegnen sich anschließend zwei Instrumente mit ganz unterschiedlichem Klangcharakter. Die geschmeidigen Linien der Violine und der warme, ausdrucksstarke Ton der Oboe treten in einen lebendigen Dialog. Besonders der langsame Mittelsatz gehört zu den innigsten Momenten des barocken Konzertrepertoires. Batiashvili und Leleux können hier ihre kammermusikalische Sensibilität ebenso entfalten wie ihre virtuose Spielfreude.
Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert Nr. 4 in D-Dur KV 218 übernimmt Batiashvili erneut die Solopartie. Das 1775 in Salzburg entstandene Werk gehört zu den Höhepunkten von Mozarts frühen Violinkonzerten. Seine eleganten Melodien, die lebendige Kommunikation zwischen Solistin und Orchester sowie die abwechslungsreichen Charaktere der drei Sätze verleihen der Komposition ihren besonderen Reiz.
Zum Abschluss richtet sich der Blick auf Sergej Prokofjew. Seine erste Sinfonie in D-Dur op. 25, die „Symphonie classique“, entstand 1916/17 und greift bewusst auf die Formen und Klangvorstellungen der Wiener Klassik zurück. Allerdings begegnet Prokofjew seinen historischen Vorbildern mit unverwechselbarer Ironie, unerwarteten harmonischen Wendungen und einer rhythmischen Energie, die bereits seine eigene musikalische Handschrift erkennen lässt.
5. Dezember 2026











