Mit einem der berühmtesten Anfänge der Musikgeschichte kehrt die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin in das Große Haus des Staatstheaters zurück. Beethovens fünfte Sinfonie und das zweite Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns begleiten die Wiedereröffnung des traditionsreichen Hauses nach seiner Sanierung.
Kaum ein musikalisches Motiv ist so unmittelbar wiedererkennbar wie die vier Anfangstöne von Ludwig van Beethovens fünfter Sinfonie. Drei kurze Schläge und ein langer Ton bilden den Ausgangspunkt einer Komposition, die seit ihrer Uraufführung 1808 in Wien zu den bekanntesten Werken der klassischen Musik zählt.
Die Sinfonie in c-Moll op. 67 entfaltet aus dieser knappen rhythmischen Figur einen gewaltigen musikalischen Spannungsbogen. Beethoven entwickelt das Motiv in immer neuen Zusammenhängen und führt die Musik durch dramatische Auseinandersetzungen, lyrische Ruhepunkte und geheimnisvolle Übergänge. Besonders eindrucksvoll ist der Weg vom düsteren c-Moll des ersten Satzes zum strahlenden C-Dur-Finale. Die Sinfonie wurde dadurch immer wieder als musikalischer Ausdruck des Ringens um Freiheit, Hoffnung und Überwindung verstanden.
Für die Wiedereröffnung des Großen Hauses besitzt dieses Werk eine besondere symbolische Bedeutung. Nach einer längeren Phase der Sanierung kehrt das Orchester an seine angestammte Wirkungsstätte zurück. Der neue Orchestergraben und die erneuerte Theaterinfrastruktur schaffen die Voraussetzungen für einen wichtigen Abschnitt in der Geschichte des Mecklenburgischen Staatstheaters.
Zuvor erklingt Camille Saint-Saëns’ zweites Klavierkonzert in g-Moll op. 22. Der französische Komponist schrieb das Werk 1868 innerhalb weniger Wochen für einen Auftritt mit dem berühmten Pianisten Anton Rubinstein. Bemerkenswert ist bereits die ungewöhnliche Anlage des Konzerts: Statt mit einem schnellen Satz beginnt es mit einer ausgedehnten, beinahe improvisatorisch wirkenden Klaviereinleitung, deren ernster Charakter an die Musik Johann Sebastian Bachs erinnert.
Im weiteren Verlauf verändert sich die Stimmung grundlegend. Ein leichtfüßiges Scherzo führt in ein temperamentvolles Finale, das mit rasanten Läufen und rhythmischer Energie hohe Anforderungen an den Solisten stellt. Saint-Saëns verbindet darin französische Eleganz mit virtuoser Brillanz und einer bemerkenswerten kompositorischen Klarheit.
Die Solopartie übernimmt der österreichische Pianist Gottlieb Wallisch. Am Dirigentenpult steht Yura Yang, die mit der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin ein Programm gestaltet, das musikalische Dramatik und festliche Aufbruchsstimmung auf besondere Weise vereint.
11., 12. und 13. April 2027






