Der gotische Dom ist das Wahrzeichen der Stadt Verden. An der Stelle des heutigen Kirchengebäudes befanden sich früher zwei Holzkirchen. Diese fielen allerdings beide dem Feuer zum Opfer. Die erste brannte um 850, die zweite um 950 herunter. Anfang des 11. Jahrhunderts wurde die erste Kirche aus Stein errichtet. Ebenso wie ihr Ende des 12. Jahrhunderts erbauter Nachfolger wurde auch diese Kirche ein Raub der Flammen.

Der heutige Dom, Mariae et Ceciliae, wurde in zwei Bauabschnitten gebaut. Der erste erstreckt sich über den Zeitraum von 1290 bis 1323. Erst nach 150jähriger Pause wurde in den Jahren 1473 bis 1490 der Bau schließlich fertiggestellt.
Der Haupteingang im Westen (in der Domstrasse) ist in der Regel geschlossen. Von der Marktseite her kann die Kirche durch ein Vorgebäude mit barockem Portal und dem anschließenden östlichen Kreuzgang betreten werden.
In diesem vorgelagerten Fachwerkgebäude, das seit 1765 den südlichen Kreuzgang ersetzt, und in dem roten Backsteingebäude (mit dem Renaissance-Giebel) links vom Eingang befanden sich früher Unterrichtsräume und Wohnungen der Lehrer der Domschule. Diese Lateinschule wurde von dem Verdener Bischof Eberhard von Holle 1578 gegründet, nachdem die Räume vom Klerus nach der Reformation nicht mehr benötigt wurden. Schon vor 1002 wurden hier allerdings Scholaren von den Geistlichen unterrichtet. Beim Verdener Dom handelt es sich um den ersten gotischen Dom Niedersachsens. Außerdem ist er die einzige gotische Bischofskirche des Landes.
Der Dom ist eine Hallenkirche mit dem vermutlich ältesten Hallenumgangschor Deutschlands. Architektonisch angelehnt ist der Dom an die Kathedrale von Reims und den Mindener Dom. Er selbst war auch Vorbild für verschiedene Kirchen, unter anderem für die Johanniskirche in Lüneburg und den Dom in Lübeck.
An Ausstattungsgegenständen sind besonders hervorzuheben der aus dem 13. Jh. stammende Taufstein, der um 1360 prächtig geschnitzte Levitenstuhl des Domes, eine Grabplatte des Bischofs Berthold von Landesbergen, der für den letzten Bauabschnitt des Doms verantwortlich war, und im hinteren Teil des Domes zwei Sarkophage.
Die Tatsache, dass Verden etwa 800 Jahre lang Sitz von 41 Bischöfen war, führte dazu, dass neben der St.Johannis- und der St.Andreas-Kirche der große, romanisch-gotische Dom errichtet wurde. Mit seinem eindrucksvollen Hallenumgang stellt er eine bauhistorische Besonderheit im norddeutschen Raum dar.

Musik im Dom
In der über fünfhundertjährigen Geschichte des Verdener Doms hat Musik naturgemäß stets eine wichtige Rolle gespielt. Quellen vom Ende des 13. Jahrhunderts belegen das Vorhandensein einer Kantorei. Auch hat der Dom vermutlich von Anfang an über zwei Orgeln verfügt, was seine Bedeutung als Bischofskirche unterstreicht.
Bis heute findet die Kirchenmusik in vielfältiger Form statt, in den Gottesdiensten, aber auch vielerlei Konzerten, häufig auch unter Beteiligung der verschiedenen Chöre der Ev.-luth. Domgemeinde.
Nach einer kleinen Winterpause zu Anfang eines jeden Jahres gibt es in der Regel im April die ersten Konzerte im Dom.
Im Mai beginnen dann – seit 1990 – die „Verdener Sommerkonzerte”. Sie finden in den Monaten Mai bis September an jedem Donnerstag im Dom statt bei freiem Eintritt.
Orgelmusiken, Chorkonzerte, Kammermusikkonzerte, oratorische Aufführungen und auch völlig anders geartete Konzertprojekte finden das Interesse eines breiten Zuhörerkreises aus Nah und Fern. Was die Orgeln betrifft, so verfügt der Verdener Dom über insgesamt vier Instrumente, vom fünfregistrigen Positiv bis zur großen, spätromantischen Orgel auf der Westempore mit 54 Registern, die ihr authentisches Klangbild bis auf den heutigen Tag erhalten konnte.

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