Alles neu: Die Donaueschinger Musiktage 2022 präsentieren wichtige Uraufführungen von Georg Friedrich Haas bis Agata Zubel.

Die Donaueschinger Musiktage, das international bedeutendste Festival für Neue Musik, offerieren im Oktober 2022 ein aufregendes Kaleidoskop an Veranstaltungen. Das einflussreiche Festival richtet den Blick in diesem Jahr auf nahe und ferne Ensemblelandschaften – mit 27 Uraufführungen von neuen Werken, Installationen und künstlerischen Zusammenarbeiten. Erklingen werden auch Kompositionen und Installationen, die bereits 2020 auf dem Programm standen und aufgrund der Corona-Pandemie zwei Jahre auf ihre Uraufführung warten mussten.

Ensemble Ascolta © Donaueschinger Musiktage

Ensemble Ascolta © Dominik Mentzos

Mit dem Ensemble Ascolta ist eine wichtige Formation aus Stuttgart zu erleben: Es widmet sich neuen Kompositionen von Christian Winther Christensen und Rozalie Hirs. Die ebenfalls in Stuttgart beheimateten Neuen Vocalsolisten wiederum spielen (gemeinsam mit dem Bassklarinettisten Gareth Davis) Werke von Iris ter Schiphorst, Nikolaus Brass, Evis Sammoutis und Bernhard Lang, die sich allesamt mit der Parkinson-Erkrankung auseinandersetzen. Das Frankfurter Ensemble Modern wird neue Werke von Georg Friedrich Haas und Hannah Kendall uraufführen, am Pult ist mit Vimbayi Kaziboni überdies einer der führenden Interpreten zeitgenössischer Musik seiner Generation zu erleben.

Ensemble Kwadrofonik © Donaueschinger Musiktage

Ensemble Kwadrofonik © Hubert Grygielewicz

Sein Festivaldebüt wiederum gibt das polnische Ensemble Kwadrofonik: Es sucht seinen Klang in der schon fast klassischen Besetzung mit zwei Pianisten und zwei Schlagzeugern und erweitert sie um ungewöhnliche Instrumente und Elektronik. In Donaueschingen stellt Kwadrofonik vier Werke unterschiedlicher Provenienz vor – von der Auseinandersetzung mit polnischer Philosophie bei Nigel Osborne bis zur Zersetzung des Klangs bei Artur Zagajewski.
Ein weiteres mit Spannung erwartetes Debüt gibt auch das vielseitige New Yorker Ensemble Talea. Es ist mit sehr unterschiedlichen Kompositionen zu hören: Auf dem Programm stehen Werke von Mauro Lanza, Alexander Goehr, Iris ter Schiphorst und Joanna Wozny. Die Cellistin, Improvisatorin und Komponistin Tomeka Reid aus Chicago tritt mit Melanie Dyer und Joe Morris als CELLO PLUS Ensemble auf: Auch wenn sie sich in ihren Arbeiten auf Traditionen und Konzepte des Jazz, der komponierten und improvisierten Musik bezieht – die von Reid gestalteten Klangräume sind keine historische Spurensuche, sondern ein sinnliches Ausloten der verschiedensten Möglichkeiten zeitgenössischen Musizierens. Mit dem SWR Symphonieorchester, dem SWR Vokalensemble, der SWR Big Band und dem SWR Experimentalstudio sind überdies auch alle Klangkörper des Senders beim Festival vertreten, mit Kompositionen unter anderem von Clara Iannotta, Agata Zubel (die selbst als Hologramm-Solistin in ihrem von Marcel Proust inspirierten Werk auftritt) und Peter Ruzicka. Zudem wird im Rahmen der Musiktage zum 50. Mal der Karl Sczuka-Preis für die „beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturen benutzt”, verliehen.
13. bis 16. Oktober 2022

www.swr.de/donaueschingen