Das Theater in Gera wurde 1902 nach den Entwürfen des Architekten Heinrich Seeling fertiggestellt. Er schaffte damit eines der modernsten und außergewöhnlichsten Theatergebäude seiner Zeit, da er einen Theater- und einen Konzertsaal unter einem Dach vereinte.

Zurückgezogen in die Idylle seiner Sommerdomizile ließ sich Gustav Mahler (1860-1911) in seinen abgelegenen Komponierhäuschen von der umgebenden Natur tief beeindrucken: vom Anblick der Berge, dem Geruch der Erde, von Wald und Vögeln. In inniger Naturbewunderung entstand so 1908 in Südtirol Das Lied von der Erde, als Mahlers Welt erschüttert vor ihm lag. Seine Tochter Maria war im Alter von vier Jahren verstorben, er selbst erhielt die Diagnose seines unheilbaren Herzleidens und legte nach einer antisemitischen Pressekampagne sein Amt als Direktor der Wiener Hofoper nieder.
In dieser schweren Zeit fand Gustav Mahler Gefallen an der Gedichtesammlung „Die chinesische Flöte”, Übersetzungen tausende Jahre alter chinesischer Lyrik, die er in einem sinfonischen Liederzyklus vertonte. Die Regisseurin und Choreografin Jean Renshaw und der Szenograf Duncan Hayler übertragen Das Lied von der Erde in assoziative Bewegungen und Bilder und bringen die innere Gefühlswelt Mahlers während der Entstehung seines Werks auf die Bühne.
22. und 27. Mai 2022

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