He Yunchang ist einer der bedeutendsten Performancekünstler Chinas. Seine Performances sind radikale Aktionen, für die er körperlich an seine Grenzen geht: „Ich übe in meiner Kunstpraxis keine Zurückhaltung“, sagt der Künstler, „meine einzige Bedingung ist, am Leben zu bleiben. Ich setze Performance-Kunst ein, um auszudrücken, was mir wichtig ist, und was ich verachte.“

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde er durch eine Reihe von radikalen Aktionen bekannt. So ließ er seine Hand 24 Stunden lang einbetonieren, versuchte – an einem Kran hängend – einen Fluss mit seinem eigenen Blut in zwei Hälften zu teilen, brannte sich seine Kleidung vom Leib, verharrte mitten in den Niagarafällen oder ließ sich einen Rippenbogen entfernen. Was auf den ersten Blick wie mutige Stunts erscheint, sind tatsächlich streng formale, referenzielle Kunstwerke mit bezwingend emotionaler Wirkkraft. He Yunchang bezieht sich auf Fragen nach den Grundbedingungen des Seins, die er mit den religiösen und volkstümlichen Überlieferungen Chinas und der antiken griechischen Philosophie verbindet – und gleichzeitig auf die Traditionen der Performancekunst der 1960er und 70er Jahre referenziert.
Für He Yunchang ist sein Körper das grundlegende Medium in seiner künstlerischen Praxis. Es ist das Instrument, das es ihm ermöglicht, seine Überzeugungen, Willenskraft und Lebenskraft auszudrücken. „Ich übe in meiner Kunstpraxis keine Zurückhaltung“, sagt der Künstler, „meine einzige Bedingung ist, am Leben zu bleiben. Ich setze Performance-Kunst ein, um auszudrücken, was mir wichtig ist, und was ich verachte.“ Die von Ai Weiwei kuratierte Schau ist He Yunchangs erste umfassende Retrospektive im deutschen Sprachraum.
12. Oktober 2021 bis 20. Februar 2022

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