Ray Anderson walzte in den 80er Jahren mit Gruppen wie den Sliickaphonics auf einen Schlag alle Begriffe dessen platt, wie Jazzposaune zu klingen habe, und ist damit und mit seinen Qualitäten als Entertainer bis heute allein auf weiter Flur.

Ein Stehaufmännchen par excellence, das sich auch 2020 neugierig wie eh und je durch die verschlungenen Pfade des Musikgeschäftes bewegt, unverdrossen und voller Vitalität eine Reihe von Projekten in Angriff nimmt und auf diese Weise seinem Status als der vielleicht interessanteste, wandlungsfähigste lebende Jazzposaunist pausenlos neue Nahrung gibt.
Denn im unendlich dehnbaren Spektrum des virtuosen Bläsers aus Chicago erhalten Free, New Orleans, Funk, Neue Musik, Bebop, Rap, Bigband, Avantgarde und so manches mehr einen keineswegs kleinen gemeinsamen Nenner. „Musik ist für mich wie Essen“, sagt Anderson mit durchdringendem Lachen. „Sie ernährt mich, nicht nur finanziell. Manchmal möchte ich einfach etwas Anderes ausprobieren, statt Fisch einmal Pasta kosten, am nächsten Tag dann einen guten Salat und dann vielleicht ein Dessert. Mein Ziel ist es aber, immer den besten Fisch, die leckerste Pasta und den knackigsten Salat zuzubereiten.“ Getreu dieser Devise bereitet der Posaunist nun nach der spektakulären Kollektivverkostung seiner vielfältigen Projekte wie den Slickaphonics, BassDrumBone, der Alligator Band, dem Posaunenkollektiv Slideride seit mehreren Jahrzehnten mit seinem Kleinstlabor: der Pocket Brass Band.
17. März 2022

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