Venedig zwischen Erinnerung und Gegenwart: Im Kulturzentrum Oberschützen zeigt Gottfried Reszner neue Arbeiten, in denen die Lagunenstadt zum atmosphärischen Resonanzraum für Aquarell und Acryl wird. Zwischen schimmerndem Wasser, vibrierenden Fassaden und venezianischem Licht erzählt der Künstler von einer Stadt, die sich dem Blick immer wieder neu entzieht und zugleich unauslöschlich im Gedächtnis bleibt.
„Nichts ist hier wirklich gerade.“ Mit wenigen Worten beschreibt Gottfried Reszner jene besondere Faszination, die von Venedig ausgeht. Kirchtürme neigen sich, Pflasterflächen wölben sich, Fassaden scheinen beim Vorüberfahren eines Vaporetto in Bewegung zu geraten. Und doch fügt sich alles zu einem eigenwilligen Gleichgewicht. Für Reszner liegt gerade in diesem scheinbaren Widerspruch der besondere Reiz der Stadt: Venedig ist nicht bloß ein Motiv, sondern ein Erlebnis aus Licht, Farbe, Wasser, Architektur und Erinnerung.
Die Ausstellung „Immer wieder Venedig“ im Kulturzentrum Oberschützen versammelt Arbeiten, in denen Reszner dieser Faszination auf unterschiedliche Weise nachspürt. Der Künstler beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Möglichkeiten der Aquarellmalerei. Dabei gilt sein Blick keineswegs ausschließlich den großen, vertrauten Landschaften der Kunstgeschichte. Auch der scheinbar unspektakulären Landschaft des Südburgenlandes möchte er ihre „Malwürdigkeit“ abgewinnen. Die Toskana und Venedig bilden dabei ebenso wichtige Bezugspunkte wie jene Künstlerinnen und Künstler, die sich der Aquarelltechnik verschrieben haben.

Gottfried Reszner © Gottfried Reszner
Während das Aquarell mit Transparenz, Leichtigkeit und fließenden Übergängen arbeitet, eröffnet die Acrylmalerei Reszner andere Möglichkeiten. Erinnerungen an Venedig können hier verdichtet, Farben intensiviert und Details stärker herausgearbeitet werden. So entsteht eine Stadt, die zugleich vertraut und entrückt wirkt – manchmal märchenhaft, manchmal prachtvoll, immer aber von einer eigentümlichen Unschärfe umgeben. Selbst unscheinbare Details gewinnen an Bedeutung und erscheinen in einem nobel zurückgenommenen Licht, dessen Ursprung im Verborgenen bleibt.
Gottfried Reszner, 1951 in Kleinpetersdorf geboren, studierte an der Hochschule für Angewandte Kunst und an der Universität Wien. Jahrzehntelang unterrichtete er als Kunsterzieher am BG/BRG Oberschützen. Seit 1982 ist er Mitglied der Künstlergruppe Burgenland. In seinem Atelier ARTES arbeitet er neben Aquarell und Acryl auch mit Druckgrafik, Glas und Kleinplastik. 2015 wurde ihm der Landeskulturpreis für bildende Kunst verliehen. 2024 erhielt er für das „Wimmelbuch – Burgenland“ den burgenländischen Kinderbuchpreis 3×7.
16. September bis 25. Oktober 2026
https://kultur-burgenland.at






