Das Kunsthaus Bregenz ist ein international agierendes Ausstellungshaus für herausragende zeitgenössische Kunst.
Die Künstler sind eingeladen, auf die Architektur zu reagieren beziehungsweise eine Symbiose mit ihr einzugehen. Ein großer Teil der gezeigten Arbeiten entsteht aus diesem Grund vor Ort und eigens für das Haus. Die Ausstellungen und Projekte des Kunsthaus Bregenz lassen die Ideen der Künstler wahr werden. Die Grenzen des Mach- und Denkbaren verschieben sich bei jeder Ausstellung aufs Neue. 

Otobong Nkanga
Otobong Nkangas Ausstellung erzählt die Geschichte der Elemente Erde und Wasser. Das Leben und Überleben der Erde hängt von Wasser ab. Diese Botschaft vermittelt Otobong Nkanga in vier großformatigen, farbig leuchtenden Tapisserien, die die Verbindungen zwischen Land und Ozean darstellen. Die gewobenen Werke, jeweils einzeln in jedem Geschoss des Kunsthaus Bregenz hängend, stellen Meerestiefen, Jahreszeiten und Klimazonen dar.
Im Erdgeschoss des KUB herrscht Dunkelheit, ein kleiner Teich nahe der Glaswand funkelt. Er symbolisiert einen dunklen Abgrund, benannt nach dem ersten der vier Wandteppiche Unearthed – Abyss. Aus der flachen Mulde ragt ein mächtiger Baumstamm empor, der vermeintlich die Decke durchstößt und in die darüber liegenden Geschosse mit den Titeln Unearthed – Midnight und Unearthed – Twilight vordringt. Durch den hier nun verjüngten Stamm bohren sich Seile, die prächtige, in Murano hergestellte Glasobjekte halten. Von Nkanga mit Bodenproben und Pflanzen befüllt, stellen die amorphen Behältnisse klimatisierte Vitrinen dar, farbige Terrarien zur Aufnahme diverser Lebensformen. Im obersten Geschoss ragt die zerfetzte, angesengte Spitze des Baums aus lehmigem Boden hervor – der Titel des Raumes: Unearthed – Sunlight.
Der Aufstieg im Kunsthaus Bregenz wird zu einer Reise durch die Ausbeutung der Natur: Ein Pfad, der unweigerlich zu Verödung führt, trotz derer Inseln fortbestehen, auf denen Leben existiert und Hoffnung keimt. Für jedes der vier Geschosse hat Nkanga ein Gedicht verfasst, das diesen Weg begleitet. Der Text ist händisch in vier Tafeln aus Lehm gepresst.
23. Oktober 2021 bis 6. Februar 2022

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www.kunsthaus-bregenz.at