Frauen als Kriegerinnen, Sphinxen, Dominas oder Katzengöttinnen — die Werke von Leonor Fini kreisen häufig um weibliche Protagonistinnen. Als Multitalent und unerschrockene Vordenkerin lehnte Fini (*1907, Buenos Aires; †1996, Paris) es ab, in Kategorien eingeordnet zu werden.

Ihre Kunst erforscht Geschlechternormen ebenso wie Erotik und Humor. Leonor Finis Arbeiten werden im Surrealismus verortet, dabei schlägt sie die Einladung aus, sich der männlich dominierten Gruppe um André Breton anzuschließen—mit dem gängigen surrealistischen Rollenverständnis der Frau als Muse ist Fini nicht einverstanden. Auch Geschlechternormen empfindet sie als hinderlich: Für Leonor Fini steht Identität ebenso wie der künstlerische Ausdruck niemals fest — sie muss stets offen sein
für Inspiration und Phantasie.
In Les Gardiennes widmen sich die Gastkuratorinnen Lisa Klosterkötter und Alicia Reymond dem Schaffen der Künstlerin Leonor Fini, aus deren Werk sich auch einige Arbeiten im Besitz des Kunstmuseums Bochum befinden, und setzen sie in einen Dialog mit Positionen aus der Gegenwartskunst. Die besondere Architektur des Erdgeschosses des Kunstmuseums verwandelt sich dabei dank der Ausstellungsszenographie von Jakob Engel in eine Bühne, die das Innere des Museums mit dem angrenzenden Gartenbereich verbindet und eine Art Portal in die Welt Leonor Finis eröffnet. Die ausgestellten Werke von Leonor Fini und dem Künstler Frederik Vium werden von einem Performanceprogramm ergänzt, das sich zwischen zwei Schlüsselmomenten bewegt: Die Entfaltung am 3. Dezember 2022 und Der Rückgang am 11. Februar 2023 mit ortsspezifischen Performances von den Künstlerinnen Mayara Yamada sowie Rosanna Graf und Paulina Nolte.
3. Dezember 2022 bis 19. Februar 2023

www.kunstmuseumbochum.de