Seit Jahrzehnten faszinieren die Malereien von Vera Leutloff (*1962) durch ihre klare Formensprache innerhalb wohlkalkulierter Bildräume mit leuchtenden, kontrastreichen Farbverläufen. Diese entstehen, indem die Künstlerin das Farbmaterial auf der Leinwand übereinander schichtet und dann in konzentrierten Pinselführungen in Bewegung bringt: „Die Formgebilde sind die Bühne für das, was Farbe und Bewegung machen“ sagt Leutloff, die an der Kunstakademie Düsseldorf Meisterschülerin von Alfonso Hüppi war.
Zu Beginn ihres Œuvres erforschte die Malerin Möglichkeiten der Darstellung von Landschaft. Während in ihren frühen Arbeiten abstrakte Form-Elemente in organisch wirkenden Szenerien das Artifizielle der Komposition unterstreichen, nimmt deren ornamentaler Charakter später stetig zu. Zuletzt sind tiefenräumliche Effekte lediglich Resultate der Verschiebung von Farben im Malprozess und nicht mehr der Abstraktion von Natur-Motiven: Leutloffs Bilder sind vollständig zu Farbklangräumen geworden, deren Fusion von Formen, Bewegungsspuren und lautmalerischen Werktiteln eine fast schon synästhetische Wirkung erzeugen. Die Überblicksausstellung präsentiert circa 70 Werke, die zwischen 1989 und 2022 entstanden sind.
17. September 2022 bis 12. März 2023

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