Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) ist eine Einrichtung des Landes Hessen und steht in einer rund 600-jährigen Tradition des Sammelns, Bewahrens und Gestaltens. Durch landgräfliche und kurfürstliche Sammelleidenschaft kamen hier über Jahrhunderte hinweg mannigfaltige und bedeutende Kunstschätze zusammen, welche unverändert an ihrem historischen Ort erhalten sind. Zahlreiche und vielfältige Zeugnisse der Kunst- und Kulturgeschichte stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir verpflichten uns den klassischen Museumsaufgaben: Sammeln, Bewahren, Ausstellen, Forschen und Vermitteln. Dies gilt auch für die historischen Baudenkmäler und Gärten.

Ein Atelier für sich allein –Künstlerinnen von Rachel Ruysch bis Emy Roeder
In ihrem berühmten Essay „A room of one’s own” von 1929 forderte Virginia Woolf einen eigenen Raum als Grundlage für das künstlerische Schaffen von Frauen. Erstmals werden 15 Werke von Künstlerinnen aus den Beständen der Gemäldegalerie Alte Meister und der Neuen Galerie in einem eigenen Kabinett versammelt. Der Bogen spannt sich vom 17. Jahrhundert mit einem Werk der botanisch äußerst versierten Stilllebenmalerin Rachel Ruysch über Künstlerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts bis zum eindrucksvollen Altersbildnis der Bildhauerin Emy Roeder aus dem Jahr 1958. Darunter finden sich so bekannte Größen wie Paula Modersohn-Becker oder Renée Sintenis, aber auch Malerinnen, die es noch zu entdecken gilt wie Katharina Karolina Luja oder Séraphine Louis.
Kabinettausstellung im Schloss Wilhelmshöhe
bis 16. Januar 2022

Imaging Beuys. Fotografien von Dieter Schwerdtle
Anlässlich des Beuys-Jubiläums kuratiert das documenta archiv als Gast der Museumslandschaft Hessen Kassel in den Räumen der Neuen Galerie eine Studioausstellung über den Fotografen Dieter Schwerdtle (1952-2009). Bis heute prägen Schwerdtles Fotos der Aktion 7000 Eichen aus dem Jahr 1982 das kollektive Beuys-Bild. Im Zentrum der Präsentation stehen, neben der Künstlerfigur Joseph Beuys und dessen Kasseler Aktionen, auch weitere bislang weniger bekannte Werkgruppen, darunter Ansichten der documenta Ausstellungen 5 bis 11 mit überraschenden, mitunter verborgenden Perspektiven eigentlich bekannter Kunstwerke.
Schwerdtle hatte Fotografie bei Floris M. Neusüß an der Kunsthochschule Kassel studiert und arbeitete – u.a. im Auftrag der Zeitschrift Kunstforum International – seit 1981 in der Künstler- und Kulturszene der Stadt als Dokumentarfotograf. Er verglich die Arbeit am fotografischen Porträt gern mit dem Führen eines Gesprächs. Die Intimität des Blicks, das Gespür für sein Gegenüber verbanden sich mit einem spielerischen Zugang zur artifiziellen Pose.

documenta archiv, Joseph Beuys, 7000 Eichen, Foto Dieter Schwerdtle

documenta archiv, Joseph Beuys, 7000 Eichen, Foto Dieter Schwerdtle

Das gilt für Aufnahmen von documenta-Künstlern wie Richard Serra, Jonathan Borofsky oder Ilya Kabakov ebenso wie für andere Porträtserien. Die Ausstellung würdigt die bislang wenig bekannte Position dokumentarischer Künstlerfotografie mit Arbeiten aus dem Schwerdtle-Nachlass des documenta Archivs.
Sonderausstellung in der Neuen Galerie
bis 16. Januar 2022

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