Das Museum Moderner Kunst Kärnten in Klagenfurt versteht sich als lebendige Plattform für nationale und internationale Positionen der modernen und zeitgenössischen Kunst. In insgesamt 14 Ausstellungsräumen mit rund 1000 Quadratmetern Präsentationsfläche entstehen hier regelmäßig vielschichtige Dialoge zwischen aktuellen künstlerischen Stimmen und bedeutenden Werken aus den eigenen Beständen. Drei bis vier Wechselausstellungen pro Jahr bilden das programmatische Zentrum des Hauses und verbinden Personal- und Themenausstellungen mit Präsentationen aus der Sammlung zu einem spannungsreichen Ausstellungsprogramm. Ergänzt wird dieses durch Projekte im Kunstraum der Burgkapelle, durch die permanente Skulpturenschau im Arkadengang sowie durch temporäre künstlerische Interventionen im historischen Burghof des Museums.
Im Frühjahr 2026 begegnen sich im MMKK zwei sehr unterschiedliche Perspektiven auf Kunst: die poetisch-philosophische Videokunst der international tätigen Künstlerin Regina Hübner und eine Auswahl bedeutender Werke aus der Sammlung des Landes Kärnten. Während Hübners Ausstellung „Dear …“ zentrale Arbeiten ihres Œuvres sowie neue Produktionen präsentiert, versammelt die Sammlungspräsentation „fokus sammlung. MEISTERWERKE“ bedeutende Positionen der Kärntner Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts.
Die Gegenüberstellung macht sichtbar, wie vielfältig sich künstlerische Ausdrucksformen entwickeln können – von historischen Meisterwerken bis zu zeitgenössischen, medial geprägten Bildwelten. Gemeinsam eröffnen beide Ausstellungen einen facettenreichen Blick auf Vergangenheit und Gegenwart der Kunst und unterstreichen die Rolle des Museums Moderner Kunst Kärnten als dynamischen Ort des Austauschs zwischen Geschichte, Gegenwart und künstlerischer Zukunft.
Im Mittelpunkt der ersten Ausstellung steht Regina Hübner, eine international tätige Künstlerin, die in Villach geboren wurde und seit vielen Jahren in Rom lebt und arbeitet. Ihre Ausbildung führte sie von Graz über Carrara bis an die Accademia di Belle Arti in Rom, wo sie 1990 diplomierte. Seither entwickelt sie ein vielgestaltiges Werk zwischen experimenteller Fotografie, Video und Performance, das in renommierten Institutionen und auf internationalen Festivals gezeigt wurde – etwa im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, im FRAC in Marseille, im Mandel Center in Tel Aviv oder in der Nationalgalerie Vilnius.
Unter dem Titel „Dear …“ zeigt das MMKK einen konzentrierten Überblick über Hübners künstlerisches Schaffen. Ihre Arbeiten kreisen um grundlegende Fragen menschlicher Existenz: um Identität, Vergänglichkeit und das Verhältnis des Individuums zur Gemeinschaft. Der Mensch erscheint in diesen Werken zugleich als einzigartiges Subjekt und als Teil eines komplexen sozialen Gefüges. Beziehungen, Kommunikation und Formen des Miteinanders werden ebenso thematisiert wie die Verbindung zwischen Natur und Kultur. Dabei fließen auch persönliche Erfahrungen der Künstlerin als Frau, Tochter und Mutter in ihre Arbeiten ein und verleihen ihnen eine intime, zugleich universelle Dimension.

Regina Hübner, ME-YOU-HER, 2023, Fotomontage, © Galatea Realacci
Charakteristisch für Hübners Kunst ist der Einsatz großformatiger Videoarbeiten, die sie zu installativen Raumkompositionen verbindet. Diese von ihr selbst als „Ambientations“ bezeichneten Arbeiten entfalten ihre Wirkung im Zusammenspiel von Bild, Architektur und Atmosphäre. Die Betrachterinnen und Betrachter treten in poetisch aufgeladene Bildräume ein, in denen symbolische Motive, verlangsamte Bewegungen und eine sorgfältig komponierte visuelle Sprache zu kontemplativen Erfahrungsräumen werden. Hübners Werke sind nicht narrativ im klassischen Sinn; vielmehr eröffnen sie Assoziationsfelder, in denen Erinnerungen, Emotionen und persönliche Deutungen entstehen können. Gerade diese Offenheit macht ihre Arbeiten zu sensiblen Reflexionsräumen über das Menschsein in einer zunehmend komplexen Welt.
Die Ausstellung im MMKK vereint zentrale Werke ihres Œuvres mit neuen, bislang noch nicht öffentlich gezeigten Arbeiten. Einige bekannte Installationen wurden für die Räume des Museums neu adaptiert und ermöglichen so eine spezifische Begegnung mit der Architektur des Hauses.
Parallel dazu widmet sich die Präsentation „fokus sammlung. MEISTERWERKE“ einem anderen, jedoch nicht weniger bedeutenden Aspekt der Museumsarbeit: der Pflege und Vermittlung der eigenen Sammlung. In acht der vierzehn Ausstellungsräume werden ausgewählte Werke aus der Kunstsammlung des Landes Kärnten gezeigt. Die Schau versammelt bedeutende Positionen der Kärntner Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts und macht damit sichtbar, wie stark die regionale Kunstgeschichte zur kulturellen Identität des Landes beiträgt.
Gemeinsam eröffnen beide Ausstellungen einen spannungsvollen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart: zwischen historischen Meisterwerken und einer künstlerischen Praxis, die sich mit existenziellen Fragen unserer Zeit auseinandersetzt. Das Museum Moderner Kunst Kärnten zeigt damit einmal mehr, wie produktiv der Austausch zwischen regionaler Tradition und internationaler Gegenwartskunst sein kann.
12. März bis 31. Mai 2026
https://mmkk.ktn.gv.at

Ausstellung „fokus sammlung. MEISTERWERKE“ © MMKK Museum Moderner Kunst Kärnten






