Wenn sich Atelierstüren öffnen und Kunst plötzlich ganz nah rückt, dann ist wieder Zeit für „offen.“ – jenes Festival, das das Burgenland für zwei Wochenenden in einen lebendigen Ausstellungsraum verwandelt. Was sonst oft verborgen bleibt, wird hier sichtbar: Arbeitsprozesse, Ideen, Materialien – und vor allem die Menschen hinter der Kunst.

An zwei Terminen im Frühling lädt „offen.“ dazu ein, die zeitgenössische Kunstszene des Landes aus einer ungewohnt persönlichen Perspektive zu entdecken. Den Auftakt macht das Nordburgenland am 25. und 26. April, bevor Ende Mai das Mittel- und Südburgenland folgen. Insgesamt 121 Künstlerinnen und Künstler sowie 27 Kunstorte in 85 Gemeinden öffnen ihre Türen – eine beeindruckende Dichte, die zeigt, wie vielfältig und lebendig die Region künstlerisch aufgestellt ist.

Sabine Bogner , zu sehen in Nord Burgenland © Sabine Bogner

Sabine Bogner , zu sehen in Nord Burgenland © Sabine Bogner

Was „offen.“ so besonders macht, ist die unmittelbare Begegnung. Besucherinnen und Besucher treten direkt in Ateliers, Werkstätten und Arbeitsräume ein, kommen ins Gespräch, stellen Fragen, beobachten – und erleben Kunst dort, wo sie entsteht. Diese Nähe schafft eine andere Form des Zugangs: weniger distanziert, dafür umso intensiver und authentischer. Organisiert von der Kultur-Betriebe Burgenland GmbH und umgesetzt von der Landesgalerie Burgenland, hat sich das Festival längst als fixer Bestandteil im regionalen Kulturkalender etabliert. Es ist nicht nur eine Präsentationsplattform, sondern auch ein Statement: für die Bedeutung der bildenden Kunst im Burgenland und für deren Sichtbarkeit über die Landesgrenzen hinaus. Dabei geht „offen.“ weit über klassische Atelierbesuche hinaus. Viele Kunstschaffende erweitern ihre Präsentationen um Lesungen, musikalische Interventionen oder Workshops. So entstehen kleine, oft überraschende Formate, die Kunst mit anderen Disziplinen verbinden und neue Perspektiven eröffnen.

Talos Kedl, „Erdling” zu sehen in Mittel- und Südburgenland © Talos Kedl

Talos Kedl, „Erdling” zu sehen in Mittel- und Südburgenland © Talos Kedl

Ergänzt wird das Erlebnis durch regionale Kulinarik – nicht selten trifft man zwischen Skulpturen und Leinwänden auf ein Glas burgenländischen Wein. Die künstlerische Leiterin Birgit Sauer beschreibt „offen.“ als Möglichkeit, das Burgenland durch die Augen seiner Kunstschaffenden zu entdecken. Und tatsächlich wird hier ein anderes Bild der Region sichtbar: eines, das von Kreativität, Experimentierfreude und Vielfalt geprägt ist. „offen.“ ist damit mehr als ein Festival – es ist eine Einladung, sich Zeit zu nehmen, genauer hinzusehen und in einen Dialog einzutreten. Wer sich darauf einlässt, entdeckt nicht nur Kunst, sondern auch Geschichten, Haltungen und Perspektiven, die lange nachwirken.
Nordburgenland 25. und 26. April 2026
Mittel- und Südburgenland 30. und 31. Mai 2026
www.bildendekunstburgenland.at
www.landesgalerie-burgenland.at

Tajana Mair, „Schüchternheit”, zu sehen in Nord Burgenland © Tajana Mair

Tajana Mair, „Schüchternheit”, zu sehen in Nord Burgenland © Tajana Mair