Auf 3000 Quadratmetern bietet die Oberrheinhalle auf dem Messegelände in Offenburg ausreichend Platz für Veranstaltungen aller Art – ob im großen oder kleinen Saal, im Foyer, im Multifunktionsraum oder einem der Konferenzräume. Die großzügige Bühne und der Orchestergraben des großen Saals erlauben zudem ein großes Spektrum an Theater- und Musik-Events.

Heartbreakin’ – die Biene und der Kurt von Robert Seethaler
Roadmovie mit viel Musik
Biene staunt nicht schlecht, als ihr auf einem einsamen Feldweg ein wummerndes, weiß-silbrig glitzerndes Gefährt entgegenkommt. Das Wummern, stellt sie fest, ist Musik. Echter Rock’n’Roll, der noch eine Weile mit dem aufgewirbelten Staub in der Luft hängt. Die 16-jährige Schülerin, die gerade aus einem katholischen Mädchenheim ausgerissen ist, rückt ihre bierkrugbodendicke Brille zurecht und beschließt, dem außergewöhnlichen Wohnmobil zu folgen. Auf einem nahegelegenen Feld entdeckt sie es samt Fahrer, dessen Name in überdimensionaler Schrift auf dem Mobil prangt: Kurt Heartbreakin’ Dvorcak. Der selbsternannte König des Schlagers und des Rock’n’Roll tourt seit 25 Jahren durch Gaststätten und Seniorenheime und hat dabei schon viel gesehen. Doch so jemandem wie Biene ist selbst Kurt noch nicht begegnet. Er nimmt das Mädchen mit zu seinem nächsten Auftritt. Und zu den Auftritten, die folgen. Bis die beiden irgendwann als Duo auf der Bühne stehen und mit Rock’n’Roll im Herzen und großen Träumen vor Augen im Heartbreakin’-Mobil durch die Provinz wummern. Robert Seethaler („Der Trafikant“ und „Ein ganzes Leben“) erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Begegnung zweier Außenseiter, die auf ihrer Suche nach Freiheit und Unabhängigkeit die Zweisamkeit für sich entdecken. Der berührende Roadtrip erschien 2006 als Roman unter dem Titel „Die Biene und der Kurt“ und wurde 2007 mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses ausgezeichnet.
21. April 2021

Die Streiche des Scapin Komödie von Molière
Neues Globe Theater Potsdam
Auch heute sind Stücke des im 17. Jahrhundert lebenden Vollblut- Schauspielers und vom Theater besessenen Molière aus den Schauspielprogrammen nicht wegzudenken. Rund 30 Stücke schrieb der Franzose, der im Jahr 1673 im Alter von 51 Jahren starb. Die turbulente Komödie mit einer Riesenportion Situationskomik verfasste Molière 1671, zwei Jahre vor seinem Tod. DIE STREICHE DES SCAPIN bündeln französischen Esprit mit der Spritzigkeit und Lebensfreude der italienischen Commedia dell’Arte. Ein Geniestreich ist dem „Neuen Globe Theater“ mit ihrer Inszenierung der deutschen Fassung von Peter Lotschak gelungen. Als Einstieg in das eigentliche Stück wird ein Blick auf das meist in Existenzängsten verhaftete Theaterschaffen Molières geworfen: der eigenen Spielstätte beraubt muss das Ensemble mit weitaus kleinerer Bühne Vorlieb nehmen, die Mittel für Schauspielpersonal und Requisite sind mehr als dürftig – doch man weiß sich zu behelfen…! Alsdann heißt es, nahtlos in den Scapin-Stoff einzutauchen. Schnell wird klar, wen Molière mit diesem Stück aufs Korn nimmt: Den Geld-Adel mit all seinem Geiz, seiner Verlogenheit und Heuchelei, seiner Menschenverachtung und Dummheit. Als Gegenspieler der Diener Scapin – pfiffig, gerissen und nicht unbedingt wahrheitsliebend, wenn es darum geht, die „hohen Herren“ der Lächerlichkeit preiszugeben oder der Menschlichkeit Vorschub zu leisten. Und wird er bei
seinem Ränkespiel erwischt, gelingt es ihm natürlich, seinen Hals wieder aus der Schlinge zu ziehen. Verstrickungen und Possenspiel par excellence – und zum Ende erleben alle noch eine Überraschung, mit der selbst Schlitzohr Scapin in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hat. Ein grandioser Glanzpunkt mitreißender Schauspielkunst!
24. April 2021

Hervé Koubi. Die Nächte der Barbaren
Hervé Koubi taucht ein in die 3000-jährige Geschichte des Mittelmeerraums: In einen Schmelztiegel permanenten Aufruhrs zwischen unzähligen Kulturen. Zu klassischer Musik von Mozart, Wagner, Fauré oder auch rastlosen Percussion-Rhythmen performen die Tänzer artistisch-virtuos einen funkelnden Gegenentwurf zu tradiert verzerrten Bildern des Fremden. Sie werfen ihre Körper in stilisierte archaische Rituale. Helme glitzern. Messer wirbeln. Die Washington Post kommentiert: „Atemberaubende Fusion aus Akrobatik, B-Boying, Modern Dance und Ballett.“ Und die New York Times schwärmt: „Es war eine faszinierend flüssige Kraft in ihren tiefen Flügen und ihrem langsamen Taumeln“. Hervé Koubi, in Frankreich geborenes Kind algerischer Eltern, zählt zu den kreativsten Köpfen des französischen Tanztheaters. Seine Compagnie besteht aus Tänzern aus Algerien und Burkina Faso.
Die Produktion Die Nächte der Barbaren wurde bei verschiedenen Tanzfestivals wie dem Internationalen Tanzfestival in Cannes, den Ruhrfestspielen und bei Auftritten in den USA gefeiert. In Offenburg begeisterten Koubis Tänzer das Tanzpublikum vor drei Jahren mit dem kraftvoll archaischen „Was der Tag der Nacht verdankt“.
25. April 2021

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