Die Volksbühne ist ein traditionsreiches Theater in Berlins Mitte. Unter einem Dach versammelt die Volksbühne Theater, Tanz, Performance, Musik, Kino, Bildende Kunst und Kulturen des Digitalen. Max Reinhardt, Erwin Piscator, Benno Besson, Heiner Müller, Frank Castorf, Christoph Schlingensief – die Volksbühne ist geprägt von starken Regie-, Autoren- und Künstlerpersönlichkeiten, die die Grenzen des klassischen Sprechtheaters unablässig neu vermessen haben.
Künstlerinnen und Künstler sind aus Berlin, Europa und der Welt eingeladen, in die sich verändernde Stadtgesellschaft hineinzuwirken. Hier Empfehlungen der neuen Spielsaison:

The Future
von Constanza Macras
Das dringende Bedürfnis, etwas Konkretes über die Zukunft herauszufinden, hat die Menschen durch die Geschichte hindurch immer wieder beschäftigt. Schon in der Antike wurden Orakel befragt, Eingeweide von Opfertieren gedeutet und Sternkonstellationen beobachtet. Über Jahrzehnte hinweg prophezeite der schillernde Walter Mercado die Zukunft in seinen TV-Auftritten wie unzählige andere Astrologie-Online-Websites heutzutage.
In der Zukunft untersuchen wir die Zukunft in der Vergangenheit und verschiedene Theorien der Zeit, Orakel und Rätsel sowie, den Gedanken von Karen Barad folgend,   die Möglichkeit, dass die Vergangenheit noch nicht angekommen ist. Vielleicht hat sich die Zukunft langsam immer wieder abgeschafft und alles, was uns bleibt, ist die endlose und zeitlose Reproduktion von Anachronismen.
Uraufführung 4. Dezember 2021
weitere Aufführungen 9. und 21. Dezember 2021


P14 – Ateş brennt
von Eren M. Güvercin & P14
Ateş wohnt mit seinem Bruder und seiner alleinerziehenden Mutter zusammen. Ateş hat fette Titten, einen fetten Schwanz und trägt Hijab. Ateş liest Nietzsche, alles über Nihilismus und macht sich über ihren kleinen Bruder lustig, weil ihr kleiner Bruder immer denkt, er verstehe die ganze Welt, obwohl, und dafür schämt sich Ateş, er selbst das letzte Mal ein Buch im Abitur angefasst hat. Ateş schreit. Ateş tickt. Ateş boxt auf die Wand, hinterlässt ein Loch, haut dann ab und zündet sich an. Ateş brennt.
Premiere 18. Dezember 2021
weitere Aufführungen  20. und 22. Dezember 2021

Kamilo Beach (Am Scham der Zeit) von Enis Maci und Pascal Richmann
Hawaii, 2018. Eine nordkoreanische Bombe rast auf das Archipel zu – oder auch nicht. Solange die Sirenen kreischen, macht das keinen Unterschied. Auf allen Displays dieselbe Nachricht: SEEK IMMEDIATE SHELTER.
Am Kamilo Beach treibt die Strömung seit jeher an, was da ist. Der älteste Schrottplatz der Welt. Auch an diesem 13. Januar schwelen dort Lagerfeuer, verschmelzen Plastik und Kiesel zu neuem Gestein. Die Golfer Honolulus laden ihre Abschiedsworte hoch. Kinder krabbeln in die Kanalisation. Hunderttausende sind überzeugt, dass sie wenige Minuten später tot sein werden. Hunderttausende glauben an den Ernstfall, und proben ihn doch nur. Denn als die Sonne im Pazifik versinkt, gibt es nur zwei Opfer: BRANDON und BETTINA.
Wer waren die zwei? Warum mussten sie sterben? Und was leckt da bloß im leeren Zentrum?
Uraufführung  21. Dezember 2021
weitere Aufführungen 22., 29. und 30. Dezember 2021

www.volksbuehne.berlin.de