Die 69. Ausgabe von Gstaad Menuhin Festival & Academy markiert das dritte und letzte Jahr des „Wandel”-Zyklus und widmet sich künstlerisch dem Beziehungsfeld von Musik, Migration und Zugehörigkeit. Das Thema der Migration zählt neben dem Klimawandel, den weltweiten Kriegsgeschehnissen sowie den damit einhergehenden Folgen zu den grössten globalen Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Das Programm 2025 beleuchtet das Thema aus vier Perspektiven, denn kaum eine Kunstrichtung spiegelt das Spannungsfeld der Migration zwischen Leiden, Sehnsucht und Hoffnung so eindrucksvoll wie die Musik: „Origin”: Musik, die Tief in der Heimat und ihren Wurzeln verankert ist. „Escape to Exile”: Werke, die von Flucht und Exil erzählen. „Inner Emigration”: Kompositionen aus Zeiten totalitärer Unterdrückung oder von Menschen, die – gezwungen oder freiwillig – in ihr Innerstes flüchten und dort einen Weg zur Selbstbefreiung finden. „Nostalgie”: Der Ausdruck einer Sehnsucht nach der verlorenen oder aufgegebenen Heimat, sei es freiwillig oder erzwungen, und die musikalische Verarbeitung eines tief empfundenen Gefühls von Heimweh.

Gstaad Menuhin Festival & Academy 2025, das bedeutet …
Zwei aussergewöhnliche Konzerte unter dem Titel „Music for the Planet”, gestaltet von der Geigerin und Komponistin Patricia Kopatchinskaja. Mit eindrucksvoller Musik, Texten uns Bildern rücken die Konzerte die vielschichtigen Aspekte von Migration und die tiefgreifenden Veränderungen unserer Welt in den Fokus. Für das erste der beiden Konzerte trifft in einem inspirierenden Zusammenspiel die Musik des „stillen Rebellen” Dmitri Schostakowitsch auf die prägnant-poetischen Worte des Schweizer Schriftstellers Franz Hohler. Im zweiten Programm unternimmt Patricia Kopatchinskaja eine farbenprächtige Reise zu den „Wurzeln im Exil”: Musik des polnischen Komponisten Andrzej Panufnik verbindet sich mit den ausdrucksstarken Fotografien von Marco Borggreve zu einer bewegenden Hommage an das Leben in der Fremde.

Khatia Buniatishvili © Frank Schwichtenberg(GFDL)

Khatia Buniatishvili © Frank Schwichtenberg (GFDL)

Die grössten Stars der Gegenwart: Elīna Garanča und Jonathan Tetelman führen unter Gianandrea Noseda und mit einem Ensemble vom Opernhaus Zürich das spektakuläre Verdi-Requiem auf. Ein weiteres Vokal-Highlight: Marina Viotti in einem reinen Bizet-Abend, begleitet von Marc Minkowski und seinen Musiciens du Louvre. Cecilia Bartoli wird in einem gemeinsamen Recital mit David Fray glänzen. Wir begrüssen herausragende Pianistinnen und Pianisten, darunter Daniil Trifonov, Víkingur Ólafsson mit Beethovens letzten drei Sonaten, Sir András Schiff – sowohl in einem Recital als auch als Leiter der Gstaad Piano Academy, Gabriela Montero mit ihrem eigenen „Latin Concerto” und Khatia Buniatishvili in einem Solokonzert im Festival-Zelt Gstaad. Geiger und Weltstar Daniel Hope gestaltet das feierliche Abschlusskonzert des Festivals 2025 – eine symbolische „Staffelübergabe”.

Ein Opernhighlight im Konzertformat: Nach I puritani im Jahr 2021 steht mit Norma ein weiteres Meisterwerk Bellinis auf dem Programm. Sonya Yoncheva übernimmt die Titelrolle und wird vom Gstaad Festival Orchestra unter der Leitung von Domingo Hindoyan begleitet.

Fazil Says © Fehti Karaduman

Fazil Say © Fehti Karaduman

Fazıl Say im Rampenlicht: Der Artist in Residence 2025 zeigt sich vielseitig – mit einem Solorecital, im Duo mit der Flötistin Aslıhan And inmitten der spektakulären Kulisse des Eggli-Gipfels und im Quintett. Dabei spielt er sowohl Schuberts „Forellenquintett” als auch sein eigens für das Festival komponiertes „Immigrant-Trio”, das in Saanen seine Weltpremiere feiern wird.

Ein festlicher Auftakt mit grossem Chorkonzert: Die 69. Ausgabe von Gstaad Menuhin Festival & Academy wird mit Händels Oratorium Israel in Egypt eröffnet – gleich zweimal aufgeführt vom Pariser Ensemble Les Arts Florissants unter der Leitung ihres legendären Gründers William Christie, der am 19. Dezember 2024 seinen 80. Geburtstag feiert!

Die farbenfrohen Konzerte der „Menuhin’s Heritage Artists”, die sich Jahr für Jahr stärker auf internationaler Ebene etablieren können. Nemanja Radulović und sein Ensemble Double Sens präsentieren auf dem Gipfel des Eggli „Klassiker” wie die „Jahreszeiten” Vivaldis oder Violinkonzerte von Bach, bevor der Abend im direkten Anschluss mit einem DJ-Set und Elektro-Beats fortgesetzt wird. Die gefeierte Geigerin Bomsori Kim kehrt zurück: zunächst für einen Sonatenabend mit Kit Armstrong, ausserdem in kammermusikalischer Zusammenarbeit mit Fazıl Say. Für eine jazzige Note sorgt Trompeterin Lucienne Renaudin Vary bei ihrem Konzert in Rougemont.

Erstklassige Recitals und Kammerkonzerte in den prachtvollen Kirchen der Region: Die Sopranistin Regula Mühlemann präsentiert ihr neues Programm, das sich „Liedern der Heimat” widmet. Die Pianistinnen Alexandra Dovgan (mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 in Begleitung vom Kammerorchester Basel) und Yulianna Avdeeva (mit ausdrucksstarken Präludien von Chopin und Schostakowitsch) sorgen für musikalische Glanzlichter, ebenso der gefeierte Klarinettist Andreas Ottensamer und das Hagen Quartett, das gemeinsam mit Mao Fujita am Klavier Brahms’ Klavierquintett aufführt.

Yunchan Lim © James Holecrop

Yunchan Lim © James Holecrop

Preisträgerkonzert Olivier Berggruen Prize 2025: Pianist Yunchan Lim wird die prestigeträchtige Auszeichnung im Anschluss an sein Konzert am 29. Juli in der Kirche Rougemont entgegennehmen. Im Konzert tritt Yunchan Lim gemeinsam mit seinem Lehrer Minsoo Sohn auf.

Grosse Sinfonieabende im Festival-Zelt Gstaad: Dvořáks Sinfonie „Aus der Neuen Welt” mit dem Gstaad Festival Orchestra unter Mirga Gražinytė-Tyla, das brillante Konzert für 2 Klaviere E-Dur von Mendelssohn, gespielt von den Brüdern Lucas und Arthur Jussen unter der Leitung von Jaap van Zweden, Schostakowitschs tiefgründiges Cellokonzert Nr. 2 mit Sol Gabetta sowie Rachmaninows kraftvolle Sinfonie Nr. 2, interpretiert von Paavo Järvi und dem Tonhalle Orchester Zürich.

Ein magischer Kinoabend mit Live-Orchester: Die Kinder des Monsieur Mathieu von Christophe Barratier. Den Soundtrack zum unvergesslichen Filmabend liefert der Score von Bruno Coulais – live gespielt vom City Light Orchestra mit Unterstützung der Luzerner Sängerknaben.

Das Gstaad Festival Orchestra setzt 2025 seine Zusammenarbeit mit Jaap van Zweden, dem designierten Musikdirektor des Orchestre Philharmonique de Radio France, fort. Damit tritt van Zweden während des Festival in Gstaad auf, geht gemeinsam mit dem Festivalorchester auf Europa-Tournee und ist als Professor der Gstaad Conducting Academy aktiv. Der Dirigier-Meisterkurs wird von Jaap van Zweden, Mirga Gražinytė-Tyla und Johannes Schlaefli gemeinsam geleitet.
18. Juli bis 6. September 2025
www.gstaadmenuhinfestival.com

Gstaad Festival Youth Orchestra © Gstaad Festival Youth Orchestra

Gstaad Festival Youth Orchestra © Gstaad Festival Youth Orchestra