Eine göttliche Komödie mit irdischer Sprengkraft: Maria Lazars „Die Hölle auf Erden“ wird am Theater Magdeburg erstmals in Deutschland aufgeführt – ein lange vergessenes Stück zwischen Satire, Zeitdiagnose und himmlischem Chaos.
Es ist der 760.839.000. Jahrestag der Erschaffung der Welt – doch im Himmel herrscht alles andere als Festtagsstimmung. Ein neuer Weltkrieg steht bevor, und die führenden Köpfe des Völkerbundes sind sich einig: Nur Gott selbst kann die Menschheit noch retten. Doch der Allmächtige hat keinerlei Absicht, seinen wohlverdienten Ruhestand aufzugeben. Also müssen Petrus und zwei Engel auf die Erde geschickt werden, um die Lage zu bereinigen – nur glaubt dort längst niemand mehr an göttliche Boten.
Die Wiener Autorin Maria Lazar, 1933 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ins dänische Exil geflohen, schrieb mit Die Hölle auf Erden eine ebenso schräge wie hellsichtige Verwechslungskomödie, die fast 90 Jahre lang unentdeckt blieb. Mit scharfem Witz und überraschender Aktualität stellt sie die Frage, wie viel Glauben, Hoffnung und Moral in einer Welt übrig bleiben, die sich selbst verloren hat.
Die deutsche Erstaufführung am Theater Magdeburg inszeniert Julia Prechsl, deren Arbeit durch präzise Figurenführung und feine Ironie besticht. Sie studierte Regie an der Theaterakademie August Everding und arbeitete bereits an renommierten Häusern wie dem Staatstheater Kassel, dem Staatstheater Darmstadt und dem Residenztheater München. Ihre Magdeburger Inszenierung Jagdszenen wurde 2024 in die 10er-Auswahl des Nachtkritik-Theatertreffens aufgenommen; das Kostümbild von Luisa Wandschneider erhielt im selben Jahr den Deutschen Theaterpreis DER FAUST.
Mit Die Hölle auf Erden bringt das Theater Magdeburg eine vergessene Stimme der Exilliteratur auf die Bühne – klug, provokant und mit entwaffnendem Humor.
Premiere 23. Januar 2026





