Mit einem großen musikalischen Abschied endet die Reihe der Philharmonischen Konzerte: In der Halle 207 beschließt das Volkstheater Rostock die Saison mit einem Programm von existenzieller Tiefe und klanglicher Wucht.
Chefdirigent Marcus Bosch führt zum Saisonabschluss Gustav Mahlers 9. Symphonie auf – das letzte vollendete Werk des Komponisten, entstanden zwischen Toblach und New York. In dieser groß dimensionierten Partitur blickt Mahler mit Wehmut zurück, nimmt Abschied und tastet zugleich an die Grenzen des musikalisch Sagbaren. Die Symphonie entfaltet ein kühnes klangliches Gebäude, in dem sich Rückschau, Zweifel und Visionen überlagern. Mit äußerster Ausdrucksspannung und formaler Radikalität überschreitet Mahler hier die Schwelle zur Moderne und schafft ein Werk von erschütternder Intensität.
Zu Beginn der Abende erklingt Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert e-Moll, ein Inbegriff von Überschwang, Eleganz und lyrischer Leuchtkraft. Als Solistin debütiert die spanische Geigerin Leticia Moreno beim Philharmonischen Saisonabschluss. Mit virtuoser Präzision und großer Ausdruckstiefe gestaltet sie dieses Schlüsselwerk der romantischen Konzertliteratur und setzt einen lichtvollen Kontrapunkt zu Mahlers spätem Abschiedswerk.
In der Verbindung von Mendelssohns jugendlicher Klangpoesie und Mahlers existenzieller Finalität entsteht ein Saisonabschluss von besonderer dramaturgischer Dichte – ein Konzert, das Abschied nicht nur thematisiert, sondern musikalisch erfahrbar macht.
14., 15. und 16. Juni 2026






