Düster, packend und von schwarzem Humor durchzogen: Der teuflische Barbier aus der Fleet Street ist ein Musical-Thriller von beklemmender Intensität, der Rache, Schuld und menschlichen Abgrund in einer musikalisch außergewöhnlichen Form verhandelt.
Im London des 19. Jahrhunderts treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Männer sterben auf dem Barbierstuhl, mit entblößter Kehle und einem Rasiermesser als tödlicher Klinge. Hinter dem Monster verbirgt sich Benjamin Barker, der nach 15 Jahren Haft unter dem Namen Sweeney Todd zurückkehrt. Unschuldig ins Gefängnis gebracht, wurde ihm alles genommen: seine Frau Lucy, seine Tochter Joanna, sein Leben. Der Verantwortliche ist Richter Turpin, der Barker aus dem Weg räumte, um selbst Besitz von dessen Familie zu ergreifen. Zurück in Freiheit erfährt Sweeney Todd vom angeblichen Selbstmord seiner Frau und von der Gefangenschaft seiner Tochter im Haus des Richters. Gemeinsam mit der geschäftstüchtigen und zutiefst ambivalenten Gastwirtin Mrs. Lovett beginnt er einen Rachefeldzug, der sich zunehmend von gezielter Vergeltung in wahllose Gewalt verwandelt – bis Sweeney Todd im Chaos seiner Taten erkennt, dass eines seiner Opfer seine geliebte Lucy war. Der Weg in den Wahnsinn ist damit vollendet.
Basierend auf einer Geschichte aus den sogenannten „Penny Dreadfuls“ schuf Stephen Sondheim gemeinsam mit Hugh Wheeler und Christopher Bond ein Werk, das er selbst als „schwarze Operette“ bezeichnete. Die Musik verbindet eindringliche Duette, berührende Balladen und rhythmisch scharfe Ensembles zu einem Klangbild von großer psychologischer Tiefe. Sweeney Todd ist dabei weit mehr als ein blutiger Thriller: Das Musical zeichnet das Porträt eines Menschen, der durch erfahrenes Unrecht jede moralische Grenze verliert – und gerade in der vollzogenen Selbstjustiz keine Erlösung findet. Ein Musiktheaterabend von beklemmender Konsequenz und großer künstlerischer Wucht.
Premiere 20. Juni
weitere Aufführungen: 21. und 28. Juni 2026





