Verwechslungen, politische Maskenspiele und eine gehörige Portion Humor: Mit Albert Lortzings „Zar und Zimmermann“ bringt die Deutsche Oper Berlin eine der erfolgreichsten musikalischen Komödien des 19. Jahrhunderts auf die Bühne – ein Werk voller Witz, eingängiger Melodien und zeitloser Figuren.

Albert Lortzings Oper „Zar und Zimmermann“, 1837 uraufgeführt, gehörte lange zu den festen Bestandteilen des deutschsprachigen Opernrepertoires. Heute ist das Werk deutlich seltener auf den Spielplänen zu finden – obwohl es mit berühmten Nummern wie dem „Holzschuhtanz“ oder der Arie „Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen“ zu den bekanntesten komischen Opern seiner Zeit zählt.

Die Handlung spielt auf einer holländischen Werft, auf der sich der russische Zar Peter der Große inkognito als einfacher Zimmermann ausgibt, um das Handwerk zu erlernen. Dort trifft er auf einen Deserteur aus seiner eigenen Armee, der zufällig ebenfalls Peter heißt. Die Verwechslung der beiden Männer löst eine Reihe turbulenter Situationen aus, während verschiedene politische Interessen und persönliche Beziehungen durcheinandergeraten.

Bei aller komödiantischen Turbulenz bleiben Lortzings Figuren bemerkenswert menschlich. Der junge Deserteur sehnt sich nach einem friedlichen Leben, Marie tritt selbstbewusst für ihre eigenen Entscheidungen ein, und selbst hinter dem Inkognito des Zaren schimmert die Autorität eines mächtigen Herrschers durch. Ergänzt wird das Figurenensemble durch den Bürgermeister van Bett, der als liebenswürdige Karikatur obrigkeitlicher Amtsführung erscheint.

An der Deutschen Oper Berlin widmen sich Dirigent Antonello Manacorda und Regisseur Martin G. Berger diesem Meisterwerk neu. Während Manacorda seine Erfahrung mit historischer Aufführungspraxis und der musikalischen Präzision der komischen Oper einbringt, verbindet Berger in seiner Inszenierung Elemente aus Oper, Operette und Musical – ein Ansatz, der Lortzings humorvolle und zugleich menschliche Oper mit frischer Energie auf die Bühne bringt.
Premiere 20 Juni 
weitere Aufführungen: 25. und 27. Juni, 2., 9. und 11. Juli 2026

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