Wenn sich am 26. März 2027 der Todestag Ludwig van Beethovens zum 200. Mal jährt, richtet sich der Blick der Musikwelt erneut nach Bonn. Nach den großen Jubiläen zum 250. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2020 und zum 200. Jahrestag der Uraufführung der Neunten Sinfonie und der Missa solemnis 2024 bildet BTHVN2027 den vorläufigen Höhepunkt einer ganzen Dekade des Beethoven-Gedenkens. Doch im Beethoven-Haus Bonn geht es dabei nicht um rückwärtsgewandte Erinnerungskultur. Vielmehr soll Beethoven als lebendige Inspirationsquelle für Gegenwart und Zukunft erlebbar werden.
„Wir haben alles dafür getan, dass diese besondere Konzertsaison bunt und lebendig wird und den Blick nach vorne richtet auf die ungebrochene Aktualität und Faszination, die von Beethoven ausgehend bis in unsere Gegenwart und Zukunft wirkt“, erläutert Malte Boecker, Direktor des Beethoven-Hauses, bei der Vorstellung des Programms, das er gemeinsam mit Julia Kluxen-Ayissi, Leiterin des Kammermusiksaals, entwickelt hat.

Malte Boecker, Direktor des Beethoven-Hauses Bonn © David Ertl
Das Jubiläumsjahr versammelt zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die dem Beethoven-Haus seit Jahren eng verbunden sind. Den Auftakt gestaltet Präsident Daniel Hope mit einem festlichen Weihnachtskonzert am 17. Dezember 2026 in der Beethovenhalle. Im März folgt mit der „BTHVN WOCHE“ eine eigens konzipierte Sonderausgabe des Kammermusikfestes „TriBute to Beethoven“. Höhepunkt ist ein Orchesterkonzert mit Beethovens Tripelkonzert und der beliebten „Pastorale“, interpretiert vom Zürcher Kammerorchester, Daniel Hope, Maximilian Hornung und Marie Sophie Hauzel.
Eine besondere Rolle übernimmt die junge Dirigentin, Pianistin und Kammermusikerin Anna Handler. Die international gefragte Künstlerin wurde als Artist in Residence verpflichtet und präsentiert sich in vier Konzerten von ihren unterschiedlichen künstlerischen Seiten. Auch das zentrale Gedenkkonzert am Karfreitag, dem 200. Todestag Beethovens, wird sie gemeinsam mit dem Stuttgarter Kammerorchester gestalten.
Zu den weiteren Glanzpunkten zählen Gastspiele international gefeierter Künstlerinnen und Künstler. Das Klavierduo Lucas und Arthur Jussen, die britische Starorganistin Anna Lapwood sowie das Gewandhausorchester Leipzig unter Andris Nelsons mit Lang Lang widmen sich Beethoven in hochkarätigen Konzerten in der Beethovenhalle.

Marie Sophie Hauzel © Marie Sophie Hauzel
Im Kammermusiksaal stehen vor allem jene Musikerpersönlichkeiten im Mittelpunkt, die das Profil des Hauses seit Jahren prägen. Sir András Schiff gestaltet eine umfangreiche Reihe mit Beethovens Kammermusik, Evgeni Koroliov widmet sich den monumentalen Diabelli-Variationen, und Andreas Staier begibt sich auf Spurensuche zu den musikalischen Wurzeln des Komponisten.
Daneben beweist das Programm eindrucksvoll, dass das Beethoven-Haus weit mehr ist als ein Ort der Beethoven-Pflege. Streichquartette, Klavierabende, Liedkonzerte und Nachwuchsförderung gehören ebenso zum Angebot wie Jazzkonzerte der renommierten Aspekte-Reihe oder die beliebten Leinwandkonzerte mit Live-Musik zu Stummfilmklassikern.
So entsteht ein Jubiläumsjahr, das den Komponisten nicht als Denkmal präsentiert, sondern als künstlerische Kraft, die bis heute wirkt. BTHVN2027 versteht Beethoven nicht als historische Figur allein, sondern als lebendigen Gesprächspartner für eine offene, neugierige und kulturell vielfältige Gesellschaft.
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Sir András Schiff © Lukas Beck

