Mit Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ bringt die Deutsche Oper Berlin im Herbst 2026 eines der bekanntesten Werke des Komponisten in einer Neuproduktion auf die Bühne. Für die Inszenierung zeichnet Milo Rau verantwortlich, der sich erstmals mit dem Werk und Kosmos Richard Wagners auseinandersetzt und die romantische Oper zum Ausgangspunkt einer Reise in die politischen Tiefenschichten der Bundesrepublik Deutschland macht.
Die Geschichte erzählt vom Holländer, der dazu verdammt ist, rastlos über die Meere zu segeln. Nur alle sieben Jahre darf er an Land gehen und nach einer Frau suchen, deren bedingungslose Treue ihn von seinem Fluch erlösen könnte. Als er auf den Seefahrer Daland trifft, scheint sich eine solche Möglichkeit zu eröffnen: Dessen Tochter Senta ist seit Langem von der geheimnisvollen Gestalt des Holländers fasziniert und bereit, ihm ewige Treue zu schwören.
Richard Wagner schuf mit dem 1843 in Dresden uraufgeführten „Fliegenden Holländer“ ein Werk, in dem bereits viele Elemente seines späteren Musiktheaters angelegt sind. Die Grenzen zwischen einzelnen Nummern beginnen zu verschwimmen, wiederkehrende musikalische Motive verbinden Figuren und Ideen miteinander und das Orchester wird zunehmend zum eigenständigen Träger der dramatischen Handlung.
An der Deutschen Oper Berlin übernimmt Milo Rau die Regie und erweitert Wagners romantische Oper um gesprochene Interventionen, die gemeinsam mit Shlomi Moto Wagner entwickelt wurden. Dabei wird die Geschichte des ewigen Wanderers mit Fragen nach deutscher Geschichte, Erinnerung und Schuld verbunden. Die musikalische Leitung liegt bei Giedrė Šlekytė.
In den Hauptpartien sind Tomasz Konieczny als Holländer, Aušrine Stundytė als Senta und Tareq Nazmi als Daland zu erleben. Attilio Glaser singt Erik, Kai Rüütel-Pajula übernimmt die Partie der Mary und Omar Mancini ist als Steuermann Dalands zu hören.
So wird Wagners „Der fliegende Holländer“ in Berlin nicht nur als romantische Geschichte von Sehnsucht, Treue und Erlösung erzählt, sondern zugleich aus heutiger Perspektive neu befragt.
Premiere 24. Oktober 2026
weitere Aufführungen: 28. und 31. Oktober, 5., 8. und 15. November 2026 sowie 13. und 20. Februar 2027










