Mit Peter I. Tschaikowskis „Eugen Onegin“ eröffnet die Oper Leipzig im Oktober 2026 ihre Reihe der großen Opernpremieren der neuen Spielzeit. Nach Alexander Puschkins berühmtem Versroman entfaltet sich eine Geschichte über verpasste Chancen, unerwiderte Liebe und Entscheidungen, deren Konsequenzen erst Jahre später vollständig sichtbar werden.

Im Mittelpunkt steht die junge Tatjana. Zurückgezogen und voller romantischer Vorstellungen begegnet sie dem weltgewandten Eugen Onegin und verliebt sich in ihn. Entgegen den gesellschaftlichen Konventionen fasst sie den Mut, ihm in einem leidenschaftlichen Brief ihre Gefühle zu gestehen. Doch Onegin weist sie zurück und erklärt ihr kühl, für Ehe und dauerhaftes Glück nicht geschaffen zu sein.

Auch die Freundschaft zwischen Onegin und dem jungen Dichter Lenskij gerät ins Wanken. Aus Übermut beginnt Onegin auf einem Fest mit Lenskijs Verlobter Olga zu flirten. Eine zunächst belanglos erscheinende Provokation eskaliert, bis sich die beiden Freunde schließlich in einem Duell gegenüberstehen. Die Folgen dieser Begegnung verändern Onegins Leben unwiderruflich.

Jahre später begegnet er Tatjana erneut. Aus dem schüchternen jungen Mädchen ist inzwischen eine selbstbewusste Frau geworden, die mit Fürst Gremin verheiratet ist. Nun erkennt Onegin, was er einst zurückgewiesen hat. Die Rollen haben sich jedoch verändert: Diesmal ist er es, der seine Liebe gesteht und auf eine gemeinsame Zukunft hofft.

Tschaikowski bezeichnete sein Werk als „Lyrische Szenen“. Statt großer historischer Ereignisse rückt er die Gefühle seiner Figuren in den Mittelpunkt. Besonders Tatjanas berühmte Briefszene wurde zu einem der emotionalen Zentren der Oper. Zugleich verbindet das Werk intime Momente mit großen Chorszenen und zeichnet ein vielschichtiges Bild von Liebe, Freundschaft und gesellschaftlichen Erwartungen.

Die Leipziger Produktion ist eine Übernahme der Oper Bonn und wird von Vasily Barkhatov inszeniert. Das Bühnenbild stammt von Zinovy Margolin, die Kostüme von Olga Shaishmelashvili. Die musikalische Leitung übernehmen Ivan Repušić und Yura Yang. Olena Tokar singt Tatjana, als Eugen Onegin sind Franz Xaver Schlecht und Mathias Hausmann zu erleben. Das Gewandhausorchester sowie Chor und Komparserie der Oper Leipzig vervollständigen die Produktion.
Premiere 10. Oktober 
weitere Aufführungen: 16. Oktober, 8. und 28. November, 26. Dezember 2026 sowie 3. und 31. Januar und 7. Februar 2027

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