Es gibt Orte, an denen Geschichte nicht nur erzählt, sondern spürbar wird. Das Haydn-Haus Eisenstadt gehört zweifellos dazu. 1766 erwarb Joseph Haydn, damals bereits Kapellmeister am Esterházy’schen Hof, das barocke Haus in der heutigen Haydngasse. Zwölf Jahre lang lebte und arbeitete er hier gemeinsam mit seiner Frau Maria Anna Theresia. Heute zählt das historische Wohnhaus zu den authentischsten Orten, um dem großen Komponisten nicht nur als Musiker, sondern auch als Privatmenschen zu begegnen.

Im Herbst wird dieses besondere Kapitel der Eisenstädter Kulturgeschichte mit einem abwechslungsreichen Programm weitergeschrieben. Im Oktober und November verbinden sich Musik, Geschichte und persönliche Einblicke in Haydns Lebenswelt mit Angeboten für Erwachsene, Kinder und Familien.
Ein schöner Einstieg ist der Tag der offenen Tür der burgenländischen Museen am 26. Oktober. Von 10 bis 17 Uhr kann das Haydn-Haus bei freiem Eintritt individuell erkundet werden. Die Dauerausstellung „Haydn@home – Privates, Wissenswertes, Amüsantes“ führt durch rekonstruierte Wohnräume und präsentiert historische Instrumente sowie besondere Exponate. Eine neue Schreibstation macht zudem die Schreibkultur des 18. Jahrhunderts unmittelbar erlebbar.

Am Nationalfeiertag, 26. Oktober 2026, lädt das Haydn-Haus Eisenstadt bei freiem Eintritt zur individuellen Besichtigung ein. © KBB

Am Nationalfeiertag, 26. Oktober 2026, lädt das Haydn-Haus Eisenstadt bei freiem Eintritt zur individuellen Besichtigung ein. © KBB

In den Herbstferien dürfen sich auch die jüngeren Besucherinnen und Besucher auf eine musikalische Zeitreise freuen. Bei „A Haydn-Gaudi“ am 28. und 29. Oktober lernen Kinder zwischen sechs und zehn Jahren die Familie Haydn und das Leben im barocken Eisenstadt kennen. Natürlich darf dabei auch selbst musiziert werden: Wer möchte, kann einige Takte auf der Geige ausprobieren. Zum Abschluss wird ein glitzerndes Klavier gebastelt – eine Erinnerung zum Mitnehmen.

Das Haydn-Haus erklingt! © KBB, Andreas Hafenscher

Das Haydn-Haus erklingt! © KBB, Andreas Hafenscher

Musikalisch wird es bei den Salonkonzerten am 30. Oktober und 27. November. Unter dem Motto „Das Haydn-Haus erklingt!“ verwandelt sich Haydns ehemaliges Zuhause in einen stimmungsvollen Konzertsaal. In Kooperation mit der Joseph Haydn Privathochschule präsentieren Studierende kammermusikalische Programme und lassen damit eine Tradition wieder lebendig werden, die hervorragend zu den historischen Räumlichkeiten passt.
Nachdenklicher wird es beim Kamingespräch „Abendstille – Über die letzten Dinge“ am 5. November. Der Abend widmet sich dem Umgang mit Tod und Vergänglichkeit in der Barockzeit und führt dabei auch zu einer bemerkenswerten Episode aus Haydns eigener Geschichte: Sein Schädel wurde erst 1954 wieder mit seinem Körper vereint. Ein ungewöhnlicher historischer Blick auf eine Epoche, in der das „Memento Mori“ allgegenwärtig war.
Auch die Jüngsten ukommen im November noch einmal auf ihre Kosten. Bei „Haydn und das liebe Vieh“ am 8. November geht es um Ganserln, Hühner, alte Bräuche und Geschichten aus vergangenen Zeiten – verbunden mit kreativem Werken und einer gehörigen Portion Spaß.

Von Ganserln und alten Bräuchen © KBB

Von Ganserln und alten Bräuchen © KBB

Wer Haydn besonders persönlich kennenlernen möchte, kann bei „Haydn ganz privat“ in seine ehemaligen Wohnräume eintauchen. Als Hausbesitzer, Ehemann, Privatmensch und natürlich als Komponist wird der Musiker hier aus einer ungewohnten Nähe betrachtet. Noch persönlicher wird es bei der Kostümführung „Frau Haydn plaudert aus dem Nähkästchen“, bei der die Ehefrau des Komponisten höchstpersönlich aus dem gemeinsamen Leben erzählt – inklusive musikalischer Geschichten und einiger pikanten Anekdoten.
So wird der Herbst im Haydn-Haus zu einer Reise durch Musik, Geschichte und Alltag. Und vielleicht ist genau das die besondere Stärke dieses Ortes: Joseph Haydn begegnet einem hier nicht nur als großer Komponist, sondern als Mensch, der in diesen Räumen lebte, liebte, arbeitete und komponierte.
Ganzjährig geöffnet
www.haydnhaus.at

A Haydn-Gaudi in den Herbstferien. © KBB

A Haydn-Gaudi in den Herbstferien. © KBB