Mit Francis Poulencs „Gespräche der Karmelitinnen“ bringt das Theater Lübeck im März 2027 eines der eindringlichsten Musikdramen des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution erzählt die Oper von Angst und Glauben, persönlicher Überzeugung und der Frage, wie viel Mut ein Mensch angesichts existenzieller Bedrohung aufbringen kann.

Im Mittelpunkt steht Blanche de La Force, eine junge Frau aus einer adeligen Familie, die seit ihrer Kindheit unter tiefen Ängsten leidet. Als die politischen Unruhen im revolutionären Frankreich zunehmen, wird ihre Unsicherheit immer größer. Auf der Suche nach Schutz und innerem Frieden entscheidet sie sich, ihre Familie zu verlassen und als Novizin in das Kloster der Karmelitinnen von Compiègne einzutreten.

Hinter den Klostermauern hofft Blanche auf ein Leben, das von festen Regeln, Gemeinschaft und religiöser Überzeugung geprägt ist. Doch auch dort bleibt sie mit ihren Ängsten konfrontiert. Besonders die Begegnungen mit der alten Priorin Madame de Croissy und der jungen Schwester Constance eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Glauben, Zweifel und den Umgang mit der eigenen Sterblichkeit.

Mit der zunehmenden Radikalisierung der Revolution gerät schließlich auch die Ordensgemeinschaft unter Druck. Die revolutionären Machthaber lösen das Kloster auf und verlangen von den Schwestern, ihrem Glauben abzuschwören. Als diese sich weigern, werden sie verhaftet und zum Tode verurteilt. Blanche gelingt zunächst die Flucht, doch das Schicksal ihrer Mitschwestern stellt sie vor eine Entscheidung, der sie nicht länger ausweichen kann.

Francis Poulenc komponierte „Dialogues des Carmélites“ nach einem Text von Georges Bernanos, der auf den historischen Ereignissen rund um die Karmelitinnen von Compiègne beruht. Die sechzehn Ordensfrauen wurden 1794 während der Terrorherrschaft der Französischen Revolution hingerichtet. Die 1957 uraufgeführte Oper verbindet diese Geschichte mit einer tiefgehenden psychologischen Auseinandersetzung über Angst, Selbstüberwindung und die Kraft persönlicher Überzeugungen.

Am Theater Lübeck übernimmt Angela Denoke die Inszenierung und ist zugleich in der Partie der Madame de Croissy zu erleben. Bühne und Kostüme gestalten Timo Dentler und Okarina Peter, für die Choreografie und die Mitarbeit an der Regie zeichnet Fabio Toraldo verantwortlich. Die musikalische Leitung liegt bei Takahiro Nagasaki. Andrea Stadel singt Blanche de La Force, Sophie Naubert übernimmt die Partie der Schwester Constance und Sabine Paßow ist als Mutter Marie zu erleben. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck sowie Chor und Extrachor entsteht ein Musiktheaterabend über Menschlichkeit, Gewissensfreiheit und den Mut, den eigenen Überzeugungen treu zu bleiben.
Premiere 12. März 2027
weitere Aufführungen: 20. März, 4., 9. und 29. April, 6. und 28. Mai sowie 6. und 19. Juni 2027

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