Mit Elīna Garanča gastiert eine der international bedeutendsten Mezzosopranistinnen in der Münchner Isarphilharmonie. Gemeinsam mit dem amerikanischen Bassbariton Christian Van Horn und den Münchner Philharmonikern unter Lahav Shani gestaltet sie einen außergewöhnlichen Konzertabend.

Im Mittelpunkt steht Béla Bartóks Oper „Herzog Blaubarts Burg“ op. 11. Das 1911 entstandene Werk gehört zu den bedeutendsten musikdramatischen Kompositionen des frühen 20. Jahrhunderts. Die Handlung basiert auf dem bekannten Märchen von Blaubart und konzentriert sich auf die Begegnung zwischen dem geheimnisvollen Herzog und seiner neuen Frau Judith. In einem düsteren Schloss versucht Judith, hinter die verschlossenen Türen und damit hinter die Geheimnisse ihres Mannes zu blicken.

Bartók entwickelte für dieses psychologisch vielschichtige Drama eine außergewöhnlich expressive Orchestersprache. Die Musik verbindet Einflüsse ungarischer Volksmusik mit modernen harmonischen Ausdrucksmitteln und einer farbenreichen Instrumentation. Die sieben Türen des Schlosses werden durch unterschiedliche musikalische Klangwelten charakterisiert, die von geheimnisvoller Zurückhaltung bis zu überwältigender orchestraler Pracht reichen. Da die Oper nur zwei Gesangspartien umfasst, kommt dem intensiven musikalischen Dialog zwischen Judith und Blaubart eine besondere Bedeutung zu.

Elīna Garanča übernimmt die Partie der Judith. Die lettische Mezzosopranistin zählt zu den international gefeierten Opernstimmen und gastiert regelmäßig an führenden Häusern wie der Wiener Staatsoper und der Metropolitan Opera in New York. An ihrer Seite steht Christian Van Horn als Herzog Blaubart. Der amerikanische Bassbariton ist für seine Interpretationen großer Opernpartien bekannt und wurde 2018 mit dem Richard Tucker Award ausgezeichnet.

Den Auftakt des Abends bildet Gabriel Faurés Orchestersuite aus der Schauspielmusik zu „Pelléas et Mélisande“ op. 80. Die Musik entstand im Zusammenhang mit Maurice Maeterlincks gleichnamigem Drama und entfaltet eine geheimnisvolle, von fein abgestuften Orchesterfarben geprägte Atmosphäre. Besonders die berühmte „Sicilienne“ gehört zu den bekanntesten Kompositionen des französischen Komponisten. Unter der Leitung von Lahav Shani verbinden die Münchner Philharmoniker damit zwei musikalische Werke, die sich auf unterschiedliche Weise mit Liebe, Geheimnissen und menschlichen Abgründen auseinandersetzen.
16. und 17. April 2027

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