Große Gefühle, virtuose Stimmen und musikalische Meisterwerke zwischen Himmel und Unterwelt: Vom 7. bis 27. November 2026 verwandeln die Barocktage die Staatsoper Unter den Linden in Berlin erneut in einen Treffpunkt für Liebhaber*innen historischer Musik. Unter der Intendanz von Elisabeth Sobotka kehrt das Festival mit einem facettenreichen Programm zurück, das von den frühen Anfängen der Oper bis an die Schwelle zur Klassik führt. Internationale Stars und herausragende Ensembles lassen eine Epoche lebendig werden, deren musikalische Ausdruckskraft bis heute berührt.
Den Auftakt gestaltet der gefeierte Tenor Rolando Villazón gemeinsam mit der Lautenistin und Dirigentin Christina Pluhar und ihrem Ensemble L’Arpeggiata. Unter dem Titel „Combattimento – Liebe, die in den Tod führt“ entfaltet sich ein musikalisches Panorama menschlicher Leidenschaften. Werke von Claudio Monteverdi erzählen von Liebe, Sehnsucht und Verlust und führen in eine Klangwelt, in der sich dramatische Intensität und intime Empfindsamkeit begegnen.
Ein besonderer Höhepunkt ist die Neuinszenierung von Francesco Cavallis „La Calisto“ durch Regisseur Stefan Herheim. Seine Vision einer „barocken Science Fiction“ verbindet die faszinierende Bildsprache des Barock mit einer überraschenden Perspektive auf die venezianische Oper. In der Titelpartie ist Vera-Lotte Boecker zu erleben. Musikalisch gestalten Christina Pluhar mit L’Arpeggiata und die Akademie für Alte Musik Berlin die Aufführung, die als Koproduktion mit dem MusikTheater an der Wien entsteht.

Stefan Herheim © Peter M. Mayr
Auch Christoph Willibald Glucks „Orfeo ed Euridice“ verspricht bewegende Momente. Cecilia Bartoli übernimmt die Rolle des Orfeo, der sich auf den Weg in die Unterwelt begibt, um seine verstorbene Geliebte zurückzugewinnen. In der halbszenischen Aufführung der Parma-Fassung von 1769 treffen die expressive Kraft von Glucks Musik und die dramatische Tiefe des antiken Mythos aufeinander.
Mit Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ richtet sich der Blick auf die Abgründe menschlicher Macht und Begierde. Anna Prohaska verkörpert Poppea in einer Welt aus Intrigen, Ehrgeiz und Leidenschaft. Den Abschluss bildet Henry Purcells „Dido & Aeneas“ in der eindrucksvollen Inszenierung und Choreografie von Sasha Waltz. Hier verschmelzen Barockoper und zeitgenössischer Tanz zu einer bewegenden Erzählung über Liebe, Abschied und Schicksal.
Ergänzt wird das Festival durch intime Konzertabende und ungewöhnliche Begegnungen zwischen historischen Arien und moderner Slam-Poetry. Auch Komponistinnen des 17. Jahrhunderts erhalten mit dem Programm „Wonder Women“ eine eigene Bühne.
Die Barocktage 2026 zeigen, wie unmittelbar und zeitlos diese Musik sein kann. Zwischen musikalischer Pracht und stiller Melancholie, dramatischer Geste und berührender Nähe entsteht ein Festival, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet – und die großen Fragen des Menschseins in Töne fasst.
7. bis 27. November 2026
www.staatsoper-berlin.de

Christina Pluhar © Michal Novak











