Mitten im Berliner Bezirk Charlottenburg liegt das Bröhan-Museum – ein Ort, an dem Kunsthandwerk, Design und Bildende Kunst zwischen Jugendstil, Art Déco und Funktionalismus erfahrbar sind. Im historischem Gebäude des ehemaligen Kasernentrakts beim Schloss Charlottenburg versammelt das Landesmuseum eine der international bedeutenden Sammlungen dieser Stil- und Epoche.

Wer das Haus betritt, taucht zunächst in eine Welt formaler Leichtigkeit ein: geschwungene Linien, florale Ornamentik, feine Materialauswahl – typisches Bild des Jugendstils. Doch bereits eine Etage höher folgt der Brückenschlag zu kühlerem Design: Art Déco-Möbel, Silber- und Metallarbeiten, Glasobjekte mit klarer Struktur. Und weiter führt der Rundgang in die Moderne: Funktionales Design, Werkstücke aus der Zwischenkriegszeit, Grafik, Möbel und Keramik, die Alltag, Industrie und Ästhetik in enger Verbindung denken.

Was das Museum besonders macht, ist der Blick für Gestaltung nicht nur als Luxusobjekt, sondern als Teil des Alltags: Porzellan- und Glaserzeugnisse, Metall- und Möbelentwürfe, Graphiken – alle zeigen sie, wie Form und Funktion sich wandelten und wie Gesellschaft, Technik und Stil miteinander ins Gespräch kamen. Und auch die Kunst der Berliner Secession ist vertreten: Werke von Maler*innen aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigen, wie auch bildende Kunst Teil dieses Wandels war.

Ein Besuch im Bröhan-Museum heißt also: Folgenlernen der gestalterischen Moderne in Berlin und darüber hinaus – ein Raum, der historischen Stilwechsel, ästhetische Brüche und Designvisionen sicht- und greifbar macht.

www.broehan-museum.de