Das Max Ernst Museum Brühl des LVR ist das weltweit erste und einzige Museum, das dem Werk des Jahrhundertkünstlers und Weltbürgers Max Ernst (1891–1976) gewidmet ist. Es zeigt einen Überblick über das umfangreiche Schaffen des Dadaisten und Surrealisten, dessen Bildwelten – wie bei kaum einem anderen Künstler des 20. Jahrhunderts – sich durch verblüffenden Einfallsreichtum und geniale Inspirationskraft auszeichnen.
Max Ernst schuf nicht nur eine Vielzahl an Gemälden, Collagen, Grafiken, Plastiken und Assemblagen; seine unbändige Kreativität schlug sich auch in zahlreichen Büchern, Künstlermappen und Gedichten nieder. In seinen Bildwelten begegnen wir poetischen Landschaften, phantastischen Kompositionen und bizarren Wesen, deren Erfindungskraft und geistreicher Witz faszinieren und zugleich verwirren und beim Betrachter einen unausweichlichen Sog der Suggestion auslösen.
Neue Perspektiven auf die Sammlung eröffnen sich durch regelmäßige Sonderausstellungen mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern von der Klassischen Moderne bis in die Gegenwart.

Max Beckmann – Day and Dream.
Eine Reise Von Berlin Nach New York
Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt bis 11. April 2021 eine Ausstellung zu Max Beckmann (1884–1950) unter dem Titel „Day and Dream. Eine Reise von Berlin nach New York”. Rund 140 Arbeiten mit Schwerpunkt auf dem grafischen Werk des in Leipzig geborenen und in New York gestorbenen Künstlers beleuchten wichtige Stationen, Personen und Themenkomplexe aus seinem Leben. Max Beckmanns bewegte Biografie steht im Zeichen von zwei Weltkriegen, Flucht vor den Nationalsozialisten, Exil und nicht zuletzt großer Reiselust: Von Berlin, Frankfurt am Main und Amsterdam zog es ihn schließlich nach New York. Der häufige Wechsel seiner Lebensstationen wurde prägend für sein Werk.
In der Ausstellung wird der Bogen von frühen Arbeiten auf Papier über fünf große Mappenwerke, darunter die titelgebende Suite „Day and Dream“, Einzelblätter und Gemälde bis zu einer seiner seltenen Bronzeplastiken gespannt. Die Präsentation ermöglicht Einblicke in 50 Schaffensjahre, wobei der Fokus auf Beckmanns druckgrafischem und zeichnerischem Werk aus den Jahren 1911 bis 1924 liegt. Erstmals in größerer Auswahl ausgestellt sind Handprobedrucke, die der Künstler seiner ersten Frau Minna Tube zwischen 1913 und 1923 schenkte und mit persönlichen Widmungen versah. Sie veranschaulichen Max Beckmanns Sensibilität als Grafiker.
Rund 140 Arbeiten auf Papier, Gemälde und Druckgrafiken, darunter Lithografie-Mappenwerke wie die titelgebenden „Day and Dream“ und „Berliner Reise“, sind in Brühl zu sehen.
bis 11. April 2021

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Hartmut Neumann – Verbotene Zonen ǀ Wolf Hamm – Große Prozesse
Unter den Titeln „Verbotene Zonen“ und „Große Prozesse“ präsentiert das Max Ernst Museum Brühl des LVR in einer Doppelausstellung rund 100 Arbeiten von Hartmut Neumann (*1954) und Wolf Hamm (*1974).
Der deutsche Maler, Objektkünstler und Fotograf Hartmut Neumann studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Künste in Bremen bei Rolf Thiele. Seit 1992 lehrt er als Professor an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Hartmut Neumann wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet und ist mit seinen Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten. Der Künstler lebt in Köln. Seine meist großformatigen, geheimnisvollen Landschaftsvisionen lassen eine ganz eigene, utopische Sicht auf die Natur erkennen. Die Ausstellung in Brühl versammelt Gemälde sowie Zeichnungen unter dem Titel „Verbotene Zonen“, darunter sein bislang größtes, spektakuläres Werk aus dem Jahr 2019: „Ungeklärte Turbulenzen“.
Auch Wolf Hamms farbintensive und in der Bildkombinatorik surreal anmutende Arbeiten – erstellt in der Technik der Hinterglasmalerei – ziehen die Betrachtenden gleichsam in einen visuellen Strudel. Zum ersten Mal werden in einer Ausstellung alle sechs großformatigen Werke seines 2010 begonnenen Zyklus „Die großen Prozesse“ gezeigt, der im Gewand des Jahreszeitenwechsels die Entwicklungsstufen der Menschheitsgeschichte thematisiert.
Wolf Hamm war Meisterschüler von Siegfried Anzinger an der Düsseldorfer Kunstakademie, erhielt zahlreiche Stipendien und Förderpreise und ist seit 1998 in Einzelausstellungen und Gruppenbeteiligungen in Deutschland, Spanien, Griechenland und Finnland zu sehen. Er lebt und arbeitet in Berlin.
In der Doppelausstellung des Museums mit zeitgenössischen Künstlern lassen sich zwei unterschiedliche, aktuelle Positionen im Spannungsfeld zum Werk von Max Ernst und surrealen Bildstrategien entdecken. Diese Berührungspunkte verbinden die beiden künstlerischen Ansätze und schlagen inhaltliche Brücken in der räumlich separiert konzipierten Präsentation.
16. Mai bis 29. August 2021

Hartmut Neumann, Pflanzenverwirrung, 2012, Öl auf Leinwand © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Alistair Overbruck, Köln.

Hartmut Neumann, Pflanzenverwirrung, 2012, Öl auf Leinwand © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Alistair Overbruck, Köln

Wolf Hamm, Was man so ein Leben nennt, 2012, Acryl hinter Acrylglas, Pirvatbesitz Köln © Wolf Hamm 2021, Foto: Alasdair Jardine.

Wolf Hamm, Was man so ein Leben nennt, 2012, Acryl hinter Acrylglas, Pirvatbesitz Köln © Wolf Hamm 2021, Foto: Alasdair Jardine

Surreale Tierwesen
Diese Ausstellung mit rund 100 Werken von 40 Künstlerinnen und Künstlern, darunter Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier, widmet sich der Welt der Tiere und der erdachten Geschöpfe und lädt voraussichtlich vom 3. Oktober 2021 bis zum 6. Februar 2022 zu einem unerwarteten Zoobesuch im Museum ein.
Das Bestiarium, das die Bildwelten des Surrealismus beherrscht, ist noch nie in einer Ausstellung behandelt worden, obwohl sich zahlreiche Künstlerinnen und Künstler entsprechende Privatphantome, teilweise als Alter Ego, zugelegt haben: sei es der Vogel bei Max Ernst, das Pferd bei Leonora Carrington, der Hund bei Dorothea Tanning oder die Katze bei Leonor Fini.
Herbst 2021

https://maxernstmuseum.lvr.de