Der Aachener Dom, die Pfalzkapelle Karls des Großen, ist ein künstlerisches und architektonisches Meisterwerk. Er gilt als Symbol der Einigung und des Wiederaufstiegs Westeuropas nach dem Ende des Römischen Reiches. Auf Grund seiner besonderen (architektur-)geschichtlichen Bedeutung wurde der Dom 1978 als erste Kulturstätte Deutschlands in die UNESCO-Welterbeliste eingeschrieben.

Karl der Große ließ seine Marienkirche zu einem vollkommenen Abbild des Himmlischen Jerusalem werden, das die Berührung des Irdischen mit dem Himmlischen symbolisiert. Nach rund 20 Jahren Bauzeit fand sie um 803 ihre architektonische und liturgische Vollendung. Ihre Bedeutung speist sich aus einer über 1200-jährigen Geschichte: als Grablege Karls des Großen, als Krönungskirche der römisch-deutschen Könige und als Wallfahrtskirche, die alle sieben Jahre Gläubige aus der ganzen Welt anzieht.
Der heutige Dom wurde als Palastkapelle Karls des Großen zwischen 793 und 813 erbaut und nur ein Jahr nach Fertigstellung zum letzten Ruheort des Kaisers. Die Zeitgenossen erklärten die Pfalzkapelle zu einem Wunder der Baukunst – halb göttlich, halb menschlichen Ursprungs. Mit seinen Säulen aus griechischem und italienischem Marmor, den Bronzetüren und dem großen – inzwischen verlorenen – Mosaik in der Kuppel galt der Dom von Anfang an als außergewöhnliche künstlerische Schöpfung und als erster Kuppelbau nördlich der Alpen seit der Antike. Das heutige Mosaik stammt aus dem Jahr 1880/1881. Beeinflusst durch sowohl den klassischen als auch byzantinischen Stil galt der Kirchenbau lange Zeit als Prototyp religiöser Architektur, der zu Kopien oder Nachahmungen inspirierte, und stellt auch heute noch ein außergewöhnliches Beispiel für Kapellen im julianischen Stil dar.
Der Bau der Kapelle des Kaisers in Aachen symbolisierte die Vereinigung des Westens und seine geistige und politische Erneuerung unter der Ägide Karls des Großen. Auch nach seinem Tod diente der Dom noch bis 1531 als Krönungsort der deutschen Kaiser. Über einen Zeitraum von 600 Jahren wurden im Aachener Dom 30 deutsche Könige gekrönt. Der Marmorsarkophag, in dem einst Karl der Große bestattet war, ist ebenso wie sein Kaiserthron noch heute zu besichtigen. Die Sammlung des Aachener Domschatzes zeigt sakrale Kulturschätze aus spätantiker, karolingischer, ottonischer und staufischer Zeit. Als Kunstwerke, archäologische und historische Dokumente sind sie von unschätzbarem Wert.
Im Bewusstsein der europäischen Bedeutung des Doms und im Bemühen, seinen langfristigen Erhalt zu sichern, wurde bereits in den neunziger Jahren die Europäische Stiftung Aachener Dom ins Leben gerufen. Sie bemüht sich verstärkt, den Dom als Teil eines europäischen kulturellen Erbes zu begreifen und zu vermitteln. Um den Dom und seine Geschichte auch den Jüngsten zugänglich zu machen, werden außerdem spezielle Kinderführungen durch die Domkinder angeboten.

Der Aachener Domschatz
Die Aachener Domschatzkammer birgt den bedeutendsten und umfangreichsten Kirchenschatz nördlich der Alpen. Die Schatzstücke sind in ihrer Bedeutung eng verknüpft mit ihrem eigentlichen Zweck: der Ausstattung der durch Karl den Großen um 800 gegründeten Marienkirche und der Feier ihrer Liturgie. Der Schatz wächst mit der zusätzlichen Bedeutung der Marienkirche als Grablege Kaiser Karls des Großen, Krönungskirche der deutschen Könige und europäischer Wallfahrtsort. 1930 erhält das Gotteshaus den Status einer Bischofskirche (Dom). Mit dem Dom wird auch der Domschatz 1978 als erstes deutsches Welterbe in die Liste der UNESCO aufgenommen.
Liturgische Geräte, Handschriften, Bucheinbände, Reliquienbehälter, Messgewänder und andere Paramente, Skulpturen, Tafelbilder und bischöfliche Insignien dokumentieren die lange Geschichte des kirchlichen Lebens. Kostbare Schenkungen sind dauerhaft im Dom ausgestellt, wie Pala d‘Oro, Heinrichsambo und Barbarossaleuchter. Karls- und Marienschrein im Chorraum bergen die wichtigsten Aachener Heiligtümer.
In der Schatzkammer sind auf drei Etagen circa 130 Kunstwerke nach Themen ausgestellt, die die verschiedenen Funktionsbereiche der Marienkirche repräsentieren. Im Untergeschoss werden im Wechsel Textilien aus eigenen Beständen gezeigt.

www.aachenerdom.de