Die Elbphilharmonie gilt heute vielen als neues Wahrzeichen der Hansestadt und zählt mit ihrem architektonischen Konzept zu den markantesten Konzerthäusern weltweit. Sie ist ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Musik und der einzigartigen Lage am Hafen. Mitten im Strom der Elbe auf rund 1.700 Stahlbetonpfählen entstand ein Gebäudekomplex, der neben drei Konzertsälen ein Hotel, 45 Wohnungen sowie die Plaza, einen frei zugänglichen Platz in 37 Metern Höhe mit 360°-Panorama über die Stadt, beheimatet. Das Herzstück der Elbphilharmonie ist zugleich eine der derzeit spannendsten baulichen Herausforderungen Europas: Ein Konzertsaal von Weltklasse auf einer Höhe von 50 Metern mit 2.100 Plätzen, der aus Schallschutzgründen vom restlichen Gebäude entkoppelt ist.  

 

Der Bau entstand an einem historisch bedeutsamen Ort in der Hafencity: Im Sandtorhafen wurde 1875 der Kaispeicher, das damals größte Lagerhaus des Hafens, errichtet. Bis in die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden hier noch Kakao, Tabak und Tee gelagert. Das Konzept, ein „Kulturdenkmal für alle“ zu schaffen, geht auf den Architekten Alexander Gérard zurück, der dem Hamburger Senat 2001 seine Idee vorlegte. Der Entwurf des wellenförmigen Aufbaus mit seiner markanten Glasfassade stammt vom Architekturbüro Herzog & de Meuron. Dadurch sollen die Farben und Lichter des Himmels, des Wassers und der Stadt reflektiert werden. Die Plaza, die für Besucher offen ist, bietet einen Panoramablick über die Stadt und den Hafen. Der japanische Akustik-Experte Yasuhisa Toyota entwickelte für den Großen Saal eine spezielle Wandverkleidung, die dem Raum eine brillante und exakte Akustik verleiht und den Schall in jeden Winkel reflektiert. Durch eine spezielle Baumethode soll keiner der 2.100 Konzertbesucher weniger als dreißig Meter vom Dirigenten entfernt sitzen. Im Gegensatz dazu verfolgt der Kleine Saal ein eher klassisches Raumkonzept. Beide Säle haben gemein, dass sie akustisch autonome Räume sind, die vom Rest des Gebäudes entkoppelt sind. Die Kaistudios, in denen früher Waren direkt von den Schiffen geladen und gelagert wurden, finden heute Musikvermittlungsprojekte und Konzerte für Kinder statt und dienen vielen Musikern als Proberäume. Neben den Konzertsälen gibt es in der Elbphilharmonie mehrere Wohneinheiten, eine Tiefgarage, ein Hotel sowie verschiedene Gastronomiebetriebe. Das Residenzorchester ist das NDR Elbphilharmonie Orchester.

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