Das Felix-Nussbaum-Haus bewahrt die weltweit größte Sammlung von Werken Felix Nussbaums. Im Zentrum der aktuellen Präsentationen stehen Themen aus dem Werk Nussbaums, die von zeitloser und existentieller Bedeutung sind. Diese werden ausgewählten Selbstbildnissen Nussbaums gegenübergestellt und treten so in einen Dialog mit der Selbstreflektion des Künstlers im Porträt.

Die Ausstellung im Felix-Nussbaum-Haus stellt anhand acht von Themen wie Heimat, Exil, Identität oder Widerstand rund 70 Bilder des Malers vor. Das Gemälde „Die beiden Juden“ (1926) ist eines der frühesten Selbstbildnisse Nussbaums, das zugleich einen wesentlichen Aspekt seiner Malerei verdeutlicht: die Selbstvergewisserung über den Spiegel der Kunst.
In dem Bildnis formuliert Nussbaum ein klares Bekenntnis zur jüdischen Religion. Der wache und zugleich skeptische Blick des Malers belegt die kritische Selbstbefragung der eigenen Identität im Kontext der jüdischen Tradition. In den wechselnden und zunehmend existenzbedrohenden Lebenssituationen stellt Nussbaum sich immer wieder der kompromisslosen Frage: Wer bin ich und wie reagiere ich?
Die künstlerischen Anfänge Nussbaums sind von der Kunst Vincent van Goghs (1853-1890) geprägt. In Berlin orientiert er sich zudem an neuen künstlerischen Vorbildern. So sind seine humoristischen Bildideen vor allem von der naiven Malerei des Franzosen Henri Rousseau (1844-1910) beeinflusst. 1932 reist Nussbaum als Studiengast der Villa Massimo nach Rom. Hier inspirieren ihn die Relikte der antiken Kultur zu „künstlerischen Narrenstreichen“ (Felix Nussbaum), mit denen er seine ironisch gefärbte Kritik am akademischen Kunstideal formuliert.
bis 9. Juli 2023

www.museumsquartier-osnabrueck.de