Mit einem Programm zwischen exotischer Klangfarbe, dramatischer Cellolyrik und feurig-fantastischer Orchesterpracht präsentiert sich das SOV Symphonieorchester Vorarlberg unter Valentin Uryupin als vielseitiger Klangkörper. Werke von Garayev, Tsintsadze und Strawinsky schaffen einen Abend, der von tänzerischer Eleganz bis zur orchestralen Explosion reicht.
Im Montforthaus Feldkirch und am Tag darauf im Festspielhaus Bregenz präsentiert das Symphonieorchester Vorarlberg ein Konzert, das die reichhaltigen Ausdrucksmöglichkeiten des sinfonischen Repertoires auslotet. Unter der Leitung des Dirigenten Valentin Uryupin erleben Zuhörerinnen und Zuhörer einen Abend, der weite emotionale und stilistische Räume eröffnet.
Zu Beginn erklingt eine Auswahl aus der Ballettsuite Die sieben Schönheiten von Gara Garayev: ein farbenprächtiger Einstieg, der vom musikalischen Reichtum des kaukasischen Komponisten erzählt und Tanzrhythmen, folkloristische Anklänge und orchestrale Raffinesse miteinander verbindet. Das Werk lässt die Bühne des klassischen Balletts in lebendigen Klangfarben nachhallen und öffnet zugleich einen Blick auf die Verbindung von Tanzmusik und sinfonischem Ausdruck.
Im Zentrum des Abends steht das Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 „In fünf Episoden“ von Sulkhan Tsintsadze, einem der bedeutendsten Komponisten Georgiens. In diesem viersätzigen Werk entfaltet sich eine dichte, dramatisch ausdrucksstarke Sprache, in der das Cello als Seelenstimme mit dem Orchester spricht. Der Solist Maximilian Hornung nimmt diese vielseitige Rolle mit großer Präsenz und technischem Feingefühl wahr, sodass lyrische Intimität und kraftvolle orchestrale Dialoge in einem spannungsvollen Gleichgewicht stehen.
Den krönenden Abschluss bildet die Suite aus dem Ballett Der Feuervogel (Fassung 1945) von Igor Strawinsky. Dieses gefeierte Werk des frühen 20. Jahrhunderts verbindet slawische Folklore mit feurigem Orchesterfarbenreichtum und mythologisch aufgeladenen Themen. Vom mystischen Aufstieg des Feuervogels bis zu den tänzerischen Höhepunkten entfaltet die Musik eine energiegeladene Klangwelt, die das Publikum in ihren Bann zieht.
So spannt Konzert 6 einen Bogen von temperamentvoller Klangkultur über kammermusikalische Tiefe bis zur orchestralen Glut der Moderne – ein Abend, der die interpretatorische Kraft und stilistische Vielfalt des SOV eindrucksvoll hörbar macht.
12. April 2026






