Mit ihrer ersten Einzelausstellung in Wien markiert die international renommierte Künstlerin, Filmemacherin und Autorin Hito Steyerl einen pointierten Moment im Spannungsfeld von Technologie, Kunst und Gesellschaft. Unter dem vielsagenden Titel „Der Menschheit ist die Kugel bei einem Ohr hinein und beim anderen herausgeflogen“ – ein Zitat Karl Kraus’ aus dem Jahr 1918 – präsentiert das MAK – Museum für angewandte Kunst eine Ausstellung, die den Nerv der Gegenwart trifft.
Steyerls Werk oszilliert zwischen Bildanalyse und Gesellschaftskritik, zwischen ästhetischer Forschung und politischer Intervention. In ihrer Wiener Ausstellung werden zwei zentrale Arbeiten gegenübergestellt, die sich thematisch wie formal ergänzen. Die multimediale Installation Hell Yeah We Fuck Die (2016) greift eine oft überhörte Alltagssemantik auf: Worte aus der Popmusik, entlehnt den meistgenutzten Begriffen der Billboard-Charts der 2010er Jahre, formen einen elektronisch flirrenden, aber unheimlichen Chor der Gegenwart – ein Echo kollektiver Erschöpfung, Aggression und Entfremdung.

Hito Steyerl, Hell Yeah We Fuck Die, 2016 Videoinstallation (Edition 6/7) © kunst-dokumentation.com/MAK
Dem gegenüber steht eine neue, 2025 entstandene Videoinstallation, die sich mit dem rasanten Vormarsch und den ethischen Implikationen künstlicher Intelligenz befasst. Steyerl untersucht darin genreübergreifend, wie KI narrative und visuelle Strukturen beeinflusst – und welche Brüche, Widersprüche und ideologischen Überlagerungen dabei zutage treten. Wie stets bei Steyerl steht weniger eine technische Faszination im Vordergrund, als vielmehr die Analyse der Mechanismen, die unser Denken, unsere Wahrnehmung und unser Handeln formen.
Die Ausstellung bietet nicht nur eine ästhetisch wie intellektuell dichte Auseinandersetzung mit den Medien unserer Zeit, sondern auch einen diskursiven Raum, der nachwirkt – und notwendig ist.
25. Juni 2025 bis 11. Januar 2026
www.mak.at







