„Wir können den Menschen Schönheit geben.“ Für Elena Bashkirova ist dieser Satz weit mehr als eine schöne Beschreibung von Musik. Er ist eine Haltung. Eine Haltung, die ihr künstlerisches Leben prägt – als Pianistin, Kammermusikerin, Liedbegleiterin und leidenschaftliche Vermittlerin. Am 18. Oktober ist Bashkirova in der Kölner Philharmonie zu erleben – mit einem Programm, das ganz Beethoven gewidmet ist.
Gemeinsam mit dem Kölner Kammerorchester unter der Leitung von Christoph Poppen widmet sie sich einem Komponisten, dessen Musik wie kaum eine andere zwischen dramatischer Kraft, innerer Spannung und menschlicher Größe vermittelt. Im Zentrum steht Beethovens 3. Klavierkonzert c-Moll op. 37 – ein Werk, das als Meilenstein in der Entwicklung des Klavierkonzerts gilt.
Bashkirova bringt dafür eine besondere musikalische Erfahrung mit. Sie stammt aus einer russischen Musikerfamilie und begann bereits mit 15 Jahren ihr Studium bei ihrem Vater, dem legendären Klavierpädagogen Dmitry Bashkirov. 1978 verließ sie gemeinsam mit dem Geiger Gidon Kremer die Sowjetunion und ließ sich in Paris nieder. Begegnungen und künstlerische Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Sergiu Celibidache und Michael Gielen prägten ihren musikalischen Weg.
Doch Bashkirovas Welt ist größer als die des solistischen Konzertbetriebs. „Kammermusik ist die Seele der Musik“, sagt sie – und lebt diesen Gedanken seit Jahrzehnten. 1997 gründete sie das Jerusalem Chamber Music Festival, 2012 folgte mit „Intonations“ ein Festival im Berliner Jüdischen Museum. Ihr besonderes Talent liegt dabei nicht nur im eigenen Musizieren, sondern auch darin, Menschen zusammenzubringen.

Kölner Kammerorchester © Matthias Baus
Genau diese Idee des musikalischen Miteinanders begegnet nun Beethoven. Das 3. Klavierkonzert führt mitten hinein in jene spannungsvolle Welt des Komponisten, in der das scheinbar Unausweichliche auf Hoffnung und Aufbruch trifft. Die dunkle Tonart c-Moll verbindet das Konzert mit der berühmten 5. Sinfonie – jenem Werk, dessen vier Schläge zu den bekanntesten Klängen der Musikgeschichte gehören.
Den Abend eröffnet die Ouvertüre aus „Die Geschöpfe des Prometheus“. Schon hier geht es um Verwandlung: Prometheus schenkt seinen Geschöpfen nicht nur Leben, sondern auch Gefühl, Kunst und die Fähigkeit, die Natur wahrzunehmen. Anschließend führt Beethovens 3. Klavierkonzert in die Welt des Dialogs zwischen Soloinstrument und Orchester, bevor die 5. Sinfonie den Abend mit ihrer dramatischen Energie beschließt.
Drei Werke, ein Komponist – und ein Abend, an dem sich Beethovens Musik in ihrer ganzen Spannweite erleben lässt: vom tänzerischen Bühnenwerk über den leidenschaftlichen Dialog des Klavierkonzerts bis zum sinfonischen Drama.
18. Oktober 2026
www.koelner-philharmonie.de

