Eine medienhistorische Spurensuche führt in die historischen Räume des Kulturhistorisches Museum Rostock: Die Ausstellung Druck. Macht. Wissen. widmet sich der vielschichtigen Geschichte von Buchdruck und Medien in Rostock über mehr als fünf Jahrhunderte.

Im Zentrum steht der Blick auf die Anfänge des Buchdrucks in der Hansestadt: Vor 550 Jahren druckte die Druckerei der Michaelisbrüder das erste Buch mit beweglichen Lettern und begründete damit eine lange Tradition des Druckens und Verlegens in Rostock. Schon im späten Mittelalter wurde die Stadt so zu einem bedeutenden Standort für Drucker*innen, deren Werke weit über den Ostseeraum hinaus Verbreitung fanden. Trotz politischer und religiöser Umwälzungen – etwa der Schließung der Druckerei auf Drängen Martin Luthers – blieb Rostock ein Zentrum für den Medienwandel, in dessen Verlauf im 19. Jahrhundert auch die ersten Zeitungen Mecklenburgs ihren Ursprung nahmen.

Die Ausstellung zeichnet diese Entwicklung nach und macht sichtbar, wie eng der technische Fortschritt des Druckens mit Fragen von Macht, Wissen und Öffentlichkeit verknüpft ist: Von den Anfängen der Buchproduktion über den Aufstieg der Presse bis hin zu den Herausforderungen und Chancen der digitalen Mediengesellschaft. In diesem historischen Panorama wird nicht nur die lokale Geschichte beleuchtet, sondern auch der weitreichende Einfluss des Mediums Buch auf Kultur, Wissenstransfer und politische Kommunikation im Ostseeraum nachvollziehbar gemacht.
29. März bis 28. Juni 2026

kulturhistorisches-museum-rostock.de