Mit „Women in the Dark – Aufruhr des Schweigens“ zeigt die Kunsthalle Erfurt ein eindringliches, internationales Kunstprojekt, das weibliche Stimmen sichtbar macht und sich gegen Gewalt und Diskriminierung richtet.
Die Ausstellung widmet sich dem gleichnamigen Projekt der Schweizer Künstlerin Franziska Greber, das seit 2016 weltweit umgesetzt wird. Ausgangspunkt ist eine einfache, zugleich kraftvolle Geste: Frauen schreiben ihre persönlichen Erfahrungen, Verletzungen, Hoffnungen und Forderungen auf Kleidungsstücke – meist weiße Blusen oder landestypische Textilien. Aus diesen individuellen Botschaften entstehen raumgreifende Installationen, die persönliche Geschichten in einen kollektiven Kontext überführen.
In Erfurt wird das Projekt in erweiterter Form präsentiert. Neben den textilen Arbeiten umfasst die Ausstellung auch Objekte, Video- und Audioformate, die die Erzählungen der beteiligten Frauen unmittelbar erfahrbar machen. So entsteht ein vielschichtiger Raum, in dem persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Strukturen und globale Zusammenhänge miteinander in Dialog treten.
Allein in Deutschland haben Hunderte Frauen aus zahlreichen Organisationen ihre Stimmen eingebracht – in unterschiedlichen Sprachen und kulturellen Kontexten. Ihre Botschaften sind nicht nur Teil der Installation, sondern auch in einer begleitenden Publikation zugänglich, die die Vielstimmigkeit des Projekts zusätzlich sichtbar macht.
„Women in the Dark“ versteht sich als partizipatives Kunstprojekt und zugleich als gesellschaftliches Statement. Ohne zu abstrahieren, schafft es einen direkten Zugang zu Themen wie Gewalt, Ungleichheit und Sichtbarkeit und macht deutlich, wie eng persönliche Erfahrungen mit globalen Fragen verbunden sind.
So wird die Ausstellung zu einem eindringlichen Erfahrungsraum, der zum Zuhören und Innehalten einlädt – und die Kraft kollektiver Stimmen in den Mittelpunkt stellt.
15. März bis 31. Mai 2026





