Die KUNSTHALLE GIESSEN widmet dem französischen Künstler Pierre Molinier (*1900 – 1976) anlässlich seines 50. Todestages die Ausstellung Sui Generis. Die Schau bietet einen umfassenden Einblick in das provokante Werk eines der radikalsten Künstler des 20. Jahrhunderts.
Pierre Molinier, Maler, Fotograf und Performer, schuf eine Bildwelt, die traditionelle Kategorien von Identität, Geschlecht und Begehren überschreitet und in Frage stellt. Die Ausstellung versammelt provokant-erotische Fotografien, Fotomontagen, Collagen sowie persönliches Archivmaterial, Objekte und Möbel aus seinem Wohnatelier und eröffnet damit eindringliche Perspektiven auf Leben und Werk der Figur, die zwischen Surrealismus und Selbstinszenierung oszilliert.
Moliniers Arbeiten entstehen an der Schnittstelle von Malerei, Fotografie und Montage; oft tritt er selbst als Modell auf, unterläuft bewusst binäre Geschlechterrollen und lässt Körperbilder entstehen, die zugleich erotisch, androgyn und transgressiv sind. In den 1950er-Jahren wurde Molinier von André Breton dem Surrealismus zugewandt, doch blieb sein Werk lange am Rande der Rezeption – heute gilt es als Schlüsselfolge für spätere Diskurse über Körperpolitik, Queerness, performative Identität und das Verhältnis von Kunst und Begehren. Die Schau in Gießen macht diese vielschichtige künstlerische Praxis neu erlebbar und rückt einen der einflussreichsten, zugleich oft missverstandenen Künstler des 20. Jahrhunderts ins Zentrum des künstlerischen Diskurses.
17. April bis 5. Juli 2026






