Mit GLANZSTÜCKE. Van Cleef & Arpels Haute Joaillerie × Meisterwerke der MAK Sammlung präsentiert das MAK – Museum für angewandte Kunst eine hochkarätige Ausstellung, die museale Kostbarkeiten und Haute Joaillerie in einen ebenso sinnlichen wie erkenntnisreichen Austausch bringt. Vom 10. Juni bis 27. September 2026 verwandelt sich die Untere Ausstellungshalle in einen Ort funkelnder Begegnungen zwischen Geschichte und Gegenwart, Ornament und Innovation, Material und Vision. Kuratiert wurde die Schau von Alexandrine Maviel-Sonet und Anne-Katrin Rossberg – ein intensiver Austausch, der überraschende Parallelen sichtbar macht.

Im Zentrum steht der Dialog zwischen einzigartigen, selten gezeigten Objekten aus der MAK Sammlung und Juwelierskunst aus der 120-jährigen Geschichte von Van Cleef & Arpels, jenem 1906 an der Pariser Place Vendôme gegründeten Traditionshaus, das wie kaum ein anderes für technische Raffinesse und poetische Gestaltung steht.
Das Projekt ist das Ergebnis eines intensiven Austauschs zwischen Museum und Maison – getragen von einer gemeinsamen Leidenschaft für herausragendes Design und handwerkliche Exzellenz. Zwei Institutionen, die auf den ersten Blick unterschiedlichen Welten angehören, entdecken im Dialog ihre tiefen strukturellen Verbindungen: die Liebe zum Detail, die Präzision im Umgang mit Materialität und das Streben nach zeitloser Schönheit.
Rund 500 ausgewählte Exponate treten in Beziehung zueinander – mehr als 300 aus der Patrimonial Collection von Van Cleef & Arpels und über 200 aus der MAK Sammlung. Letztere spannt den Bogen von mittelalterlichen Textilien über barocke Kunsthandwerke bis hin zu den wegweisenden Entwürfen der Wiener Werkstätte. Die Patrimonial Collection wiederum, die über 3.000 Schmuckkreationen, Uhren und Preziosen umfasst, dokumentiert die stilistische und technische Entwicklung der Maison von ihren Anfängen bis in die Gegenwart.

Kapitel Fernweh:links: Kleinmaßstäbliches Modell der Yacht Varuna, 1906, Gelbgold, Silber, Jaspis, Holz, Email © Van Cleef & Arpels Collection rechts: Sogenannter Portugiesen-Teppich, Zentralasien, Anfang 17. Jahrhundert, Baumwolle, Wolle MAK © MAKleinmaßstäbliches Modell der Yacht Varuna, 1906, Gelbgold, Silber, Jaspis, Holz, Email © Van Cleef & Arpels Collection

Kapitel Fernweh:
links: Kleinmaßstäbliches Modell der Yacht Varuna, 1906, Gelbgold, Silber, Jaspis, Holz, Email © Van Cleef & Arpels Collection
rechts: Sogenannter Portugiesen-Teppich, Zentralasien, Anfang 17. Jahrhundert, Baumwolle, Wolle MAK © MAKleinmaßstäbliches Modell der Yacht Varuna, 1906, Gelbgold, Silber, Jaspis, Holz, Email © Van Cleef & Arpels Collection

Was diese Objekte über Jahrhunderte hinweg verbindet, ist ihre außergewöhnliche Handwerkskunst und ihr visionärer Gestaltungsanspruch. In den Gegenüberstellungen werden überraschende Parallelen sichtbar: formale Rhythmen, die sich in Textilmustern und Edelsteinfassungen wiederfinden; Farbwelten, die von Natur und Kosmos inspiriert sind; Motive, die Reisen, Architektur oder florale Ornamentik reflektieren. Häufig lassen sich ähnliche Inspirationsquellen erkennen – kulturelle Strömungen, gesellschaftliche Umbrüche oder technische Innovationen, die sowohl Kunsthandwerk als auch Schmuckdesign geprägt haben.
GLANZSTÜCKE macht deutlich, dass angewandte Kunst kein statisches Erbe ist, sondern ein lebendiger Prozess des Weiterdenkens und Neuformulierens. Indem historische Meisterwerke und funkelnde Haute-Joaillerie-Kreationen einander gegenübertreten, entsteht ein Spannungsfeld, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart gegenseitig erhellen. So wird die Ausstellung zu einer Entdeckungsreise durch Materialien und Ideen – und zu einer Feier jener schöpferischen Kraft, die Design über Epochen hinweg verbindet.
Mit der Ausstellung GLANZSTÜCKE. Van Cleef & Arpels Haute Joaillerie × Meisterwerke der MAK Sammlung eröffnet das MAK – Museum für angewandte Kunst einen faszinierenden Dialog zwischen musealer Sammlung und zeitgenössischer Schmuckkunst. Rund 500 Exponate – etwa 300 aus der Patrimonial Collection von Van Cleef & Arpels und rund 200 aus den Beständen des MAK – entfalten in sechs thematischen Kapiteln ein Panorama angewandter Kunst von der Renaissance bis in die Gegenwart. Die von Atelier Tsuyoshi Tane Architects entwickelte Szenografie führt als labyrinthartiger Parcours durch sechs Themenfelder: Fernweh, Architektur, Rhythmus, Bühne frei!, Metamorphose sowie Natur & Kosmos.

Im Kapitel Fernweh begegnet ein maßstabsgetreues Modell der Segelyacht „Varuna“ – 1906 von Van Cleef & Arpels entworfen – dem sogenannten Portugiesen-Teppich aus dem frühen 17. Jahrhundert. Kostbare Materialien, exotische Motive und die Sehnsucht nach fernen Welten verbinden beide Objekte über Jahrhunderte hinweg.
Architektur lenkt den Blick auf Konstruktion und Funktion. Die 1933 patentierte Minaudière von Van Cleef & Arpels – ein raffiniertes Necessaire mit ausgeklügelter Innenarchitektur – trifft auf einen klassizistischen Spieltisch von David Roentgen aus dem Jahr 1775. Beide Objekte vereinen technische Raffinesse mit ästhetischer Eleganz.
Im Kapitel Rhythmus entfalten geometrische Stoffmuster der Wiener Werkstätte ihre modernistische Strenge neben den stilisierten Flower Clips der späten 1930er Jahre. Die formale Reduktion des Art Déco erscheint hier als Weiterführung jener radikalen Gestaltungsideen, die um 1900 in Wien formuliert wurden.

Architektur: links: Koloman Moser, Prunkkassette, 1906, Ausführung: Wiener Werkstätte Silber, Email, Holz, Halbedelsteine MAK © MAK/Georg Mayer rechts: Minaudière, 1935, Stryptor, Gelbgold, Silber, Diamanten © Van Cleef & Arpels Collection

Architektur:
links: Koloman Moser, Prunkkassette, 1906, Ausführung: Wiener Werkstätte Silber, Email, Holz, Halbedelsteine MAK © MAK/Georg Mayer
rechts: Minaudière, 1935, Stryptor, Gelbgold, Silber, Diamanten © Van Cleef & Arpels Collection

Bühne frei! widmet sich der Inszenierung von Körper und Bewegung. Ein Ballkleid des 19. Jahrhunderts mit plastischer Silberstickerei steht neben poetischen Feenfiguren wie dem Clip „Little Winged Fairy“, die im Zweiten Weltkrieg Hoffnung und Leichtigkeit symbolisierten. Schmuck wird hier zum erzählerischen Medium, Mode zur Bühne gesellschaftlicher Träume.

 

Bühne Frei: links: Little Winged Fairy Clip, später Spirit of Beauty genannt, 1941, Platin, Gold, Smaragde, Rubine, Diamanten © Van Cleef & Arpels Collection rechts: Fritz Zeymer, Illustration für das 1. Programmheft des Cabaret Fledermaus, 1907 Gouache MAK © MAK/Georg Mayer

Bühne Frei:
links: Little Winged Fairy Clip, später Spirit of Beauty genannt, 1941, Platin, Gold, Smaragde, Rubine, Diamanten © Van Cleef & Arpels Collection
rechts: Fritz Zeymer, Illustration für das 1. Programmheft des Cabaret Fledermaus, 1907 Gouache MAK © MAK/Georg Mayer

Das Themenfeld Metamorphose thematisiert Wandelbarkeit und Transformation. Ein Paravent von Koloman Moser tritt in Dialog mit dem legendären Collier Zip – einer 1938 patentierten Kreation, inspiriert vom Reißverschluss moderner Kleidung. Design erscheint als permanenter Prozess der Neuerfindung.

Metamorphose:links: Koloman Moser, Paravent, 1906, Ausführung: Wiener Werkstätte/Karl Beitel/Therese Trethan Holz, Gold- und Tunkpapier, Borte MAK © MAK/Georg Mayer Rechts: Collier Zip, 1955, Verwandelbar in ein Armband, Gelbgold, Platin, Smaragde, Diamanten © Van Cleef & Arpels Collection

Metamorphose:
links: Koloman Moser, Paravent, 1906, Ausführung: Wiener Werkstätte/Karl Beitel/Therese Trethan Holz, Gold- und Tunkpapier, Borte MAK © MAK/Georg Mayer
Rechts: Collier Zip, 1955, Verwandelbar in ein Armband, Gelbgold, Platin, Smaragde, Diamanten © Van Cleef & Arpels Collection

Den Abschluss bildet Natur & Kosmos. Der Clip „Chrysanthemum“ (1937) demonstriert das geheimnisvolle Mystery-Set-Verfahren, bei dem Edelsteine scheinbar schwerelos gefasst sind. Ihm gegenüber steht eine Armillarsphäre von 1553 aus der MAK Sammlung – ein Instrument zwischen Wissenschaft und Ornament, das die Bewegung der Himmelskörper sichtbar macht.
GLANZSTÜCKE ist weit mehr als eine Gegenüberstellung kostbarer Objekte. Die Ausstellung zeigt, wie sich angewandte Kunst über Jahrhunderte hinweg als Experimentierfeld für Innovation, Poesie und technische Meisterschaft behauptet. Sie macht sichtbar, dass Exzellenz keine Epoche kennt – sondern im Dialog entsteht.
Vernissage: 9. Juni 2026
Ausstellungsdauer: 10. Juni bis 27. September 2026
www.mak.at

 

Das MAK – Museum für angewandte Kunst Wien