Mit Ludwig van Beethovens „Fidelio“ eröffnet das Mecklenburgische Staatstheater im September 2026 seine neue Musiktheatersaison. Beethovens einzige Oper erzählt von politischer Willkür, Gefangenschaft und dem Mut einer Frau, die bereit ist, für die Freiheit ihres Mannes alles zu riskieren.

Florestan ist verschwunden. Weil er die Verbrechen des Gouverneurs Don Pizarro öffentlich machen wollte, wurde er heimlich in einem Staatsgefängnis eingesperrt. Dort soll er nicht nur seiner Freiheit beraubt, sondern endgültig zum Schweigen gebracht werden. Seine Frau Leonore weigert sich jedoch, sein Schicksal hinzunehmen.

Als Mann verkleidet und unter dem Namen Fidelio verschafft sie sich Zugang zum Gefängnis. Sie gewinnt das Vertrauen des Kerkermeisters Rocco und hofft, auf diesem Weg ihren Mann zu finden. Doch ihre Tarnung bringt neue Schwierigkeiten mit sich: Roccos Tochter Marzelline verliebt sich ausgerechnet in den vermeintlich jungen Fidelio.

Während Leonore ihrem Ziel immer näher kommt, spitzt sich die Situation im Gefängnis dramatisch zu. Don Pizarro erfährt von einer bevorstehenden Inspektion und beschließt, Florestan noch vor dem Eintreffen des Ministers zu töten. Leonore muss handeln und stellt sich schließlich offen zwischen ihren Mann und dessen Mörder.

Beethoven arbeitete über viele Jahre an seiner einzigen Oper. Nach der ersten Fassung von 1805 entstand schließlich jene Version, die 1814 ihre erfolgreiche Premiere feierte. In der Tradition der sogenannten Rettungsoper verbindet „Fidelio“ ein persönliches Schicksal mit universellen Vorstellungen von Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit.
Dabei entwickelt sich aus Leonores Suche zunehmend ein politisches Freiheitsdrama. Der Kerker wird zum Symbol einer Welt, in der Macht ohne Kontrolle ausgeübt werden kann. Dem stellt Beethoven die Hoffnung entgegen, dass Mut, Liebe und menschliche Solidarität selbst unter repressiven Bedingungen Veränderung ermöglichen können.

Am Mecklenburgischen Staatstheater übernimmt Kerstin Steeb die Inszenierung. Die musikalische Leitung liegt bei Gábor Hontvári und Hendrik Vestmann. Mit „Fidelio“ eröffnet das Musiktheater damit bewusst mit einem Werk die Spielzeit, dessen Fragen nach Freiheit und dem Widerstand gegen staatliche Willkür bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren haben.
Premiere 11. September 2026
weitere Aufführungen: 13., 18. und 26. September sowie 9. und 11. Oktober 2026

www.mecklenburgisches-staatstheater.de