Schloss Aschach liegt 8 Kilometer von Bad Kissingen entfernt im Saaletal bei Bad Bocklet. Die Grafen von Henneberg errichteten es im 12. Jahrhundert als mittelalterliche Burg. Im 16. Jahrhundert wurde die Anlage mehrfach zerstört. Nach dem Wiederaufbau durch die Würzburger Fürstbischöfe wurde sie deren Jagdschloss und Verwaltungssitz. Seit 1874 diente das Schloss als Sommerresidenz der Grafen von Luxburg. 1955 kam es mit seiner kompletten Ausstattung und den wertvollen Sammlungen als Schenkung in den Besitz des Bezirk Unterfranken. Heute ist die Anlage ein beliebtes Ausflugsziel mit drei Museen, einem Park sowie einem Café und Restaurant.
Das Volkskundemuseum ist im barocken Fruchtspeicher (1692) der Schlossanlage untergebracht. Seit 1984 sind dort die volkskundlichen Sammlungen des Bezirk Unterfranken ausgestellt.
Die Ausstellung vermittelt eindrucksvoll verschiedene Facetten des Lebens der Rhöner Landbevölkerung zwischen 1850 und 1950. Das Interieur einer Stube gewährt Einblick in die Wohnsituation der Rhönbauern. Landwirtschaft, Ernährung, Kleidung und Brauchtum gehören ebenfalls zu den Ausstellungsthemen.
Das Schulmuseum im ehemaligen Gärtnerhaus (1774) zeigt, wie früher in den unterfränkischen Landschulen gepaukt wurde. Verschiedene Unterrichtsmaterialien und historische Fotografien dokumentieren, wie das Schülerleben vor unserer heutigen digital geprägten Lebenswelt ausgesehen hat. Schulwandbilder, die seit 1830 in den Schulen zum Einsatz kamen, sind ein Sammlungsschwerpunkt.
Die Inszenierung eines historischen Schulsaals ist für große und kleine Besucher ein Erlebnis. Besonders beliebt ist der historische Schulunterricht, der zum abwechslungsreichen Angebot der Museen gehört.
Das Graf-Luxburg-Museum: Eine Serviette liegt auf dem Stuhl, Schatten der Dienstboten huschen über Wände, Stimmengemurmel ist zu hören … Es scheint, als wäre die gräfliche Familie noch im Schloss.
Im neugestalteten Graf-Luxburg-Museum tauchen Sie in die Welt der Grafen von Luxburg ein, die von 1874 bis in die 1960er Jahre Schloss Aschach bewohnten. Dabei durchstreifen Sie die einstigen Wohnräume der gräflichen Familie und die Arbeitsräume ihrer Dienstboten. Die Sammelleidenschaft der Grafen und ihr Gespür für besondere Stücke werden in den beiden Kunstsammlungen deutlich: Entdecken Sie exquisite Exponate ostasiatischer und europäischer Kunst.
Im Graf-Luxburg-Museum erwarten Sie Medien- und Mitmach-Stationen und ein vielfältiges Programmangebot.
Sonderausstellung: Kunst geht fremd
Das seit 2011 bestehende unterfränkische Netzwerk von unterschiedlichsten Museen ist in Deutschland nach wie vor einzigartig. Das Konzept beruht nicht etwa auf der Größe, der regionalen Bedeutung oder dem Sammlungsschwerpunkt der beteiligten Einrichtungen, sondern es zählen neben dem besonderen Engagement der Kuratoren vor allem die Originalität des jeweiligen Tauschobjektes. Dieses soll im anderen Ausstellungskontext ganz bewusst als Fremdkörper verstanden werden, möglicherweise sogar Irritationen hervorrufen, aber auch gleichzeitig Interesse für die Institution des Leihgebers wecken.
Jetzt im zehnten Jahr bekennen wir Farbe! Jedenfalls ist der Reisekoffer wieder prall gefüllt und wird an jedem einzelnen Ort für ungewöhnliche Überraschungen sorgen.
bis 8. November 2020