Mit Peter I. Tschaikowskis „Mazeppa“ eröffnet die Oper Frankfurt im September 2026 ihre Premierenserie der neuen Spielzeit. Die selten gespielte Oper verbindet eine leidenschaftliche Liebesgeschichte mit politischen Machtkämpfen und einer Familienfehde, die immer weiter eskaliert. In Frankfurt ist das Werk erstmals szenisch zu erleben.

Im Mittelpunkt steht Maria, die Tochter des wohlhabenden Kotschubej. Sie liebt den deutlich älteren Kosakenhetman Mazeppa und entscheidet sich gegen den Willen ihrer Eltern für ein Leben an seiner Seite. Für ihren Vater ist die Verbindung jedoch nicht hinnehmbar. Aus dem familiären Konflikt entwickelt sich eine politische Auseinandersetzung, als Kotschubej Mazeppa beim Zaren des Verrats beschuldigt.

Doch seine Anklage scheitert. Kotschubej wird an Mazeppa ausgeliefert und schließlich hingerichtet. Maria erfährt erst zu spät, welches Schicksal ihrem Vater droht. Zwischen ihrer Liebe zu Mazeppa und der eigenen Familie gerät sie immer tiefer in einen Konflikt, der sich schließlich nicht mehr auflösen lässt.

Parallel dazu verschärft sich die politische Lage. Mazeppa verfolgt seine eigenen Machtinteressen und stellt sich gegen Zar Peter den Großen. Persönliche Leidenschaften und politische Ambitionen verbinden sich zu einer Spirale der Gewalt, deren Folgen nicht nur die unmittelbar Beteiligten treffen. Am Ende zerbrechen Beziehungen, Familien und schließlich auch Maria selbst an den Ereignissen.

Tschaikowski komponierte „Mazeppa“ nach Alexander Puschkins Versdichtung „Poltawa“. Die 1884 am Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführte Oper gehört zu den dunkelsten Werken des Komponisten. Gewaltige Chorszenen und dramatische Orchesterpassagen stehen intimen Momenten gegenüber, in denen Tschaikowski die psychischen Abgründe seiner Figuren auslotet.

Für die Frankfurter Erstaufführung übernimmt Karsten Januschke die musikalische Leitung. Die Inszenierung von Matthew Wild stammt von den Tiroler Festspielen Erl und versteht das Werk als politische Parabel über eine Elite, die ihre Machtkonflikte auf dem Rücken der Bevölkerung austrägt. Gleichzeitig rückt Maria zunehmend ins Zentrum der Erzählung und wird zur Figur, an der sich die zerstörerischen Folgen dieser Auseinandersetzungen besonders deutlich zeigen.

Petr Sokolov ist in der Titelpartie zu erleben, Nombulelo Yende singt Maria. Alexander Roslavets und Alex Birkus übernehmen Kotschubej, Karolina Makuła ist als Ljubow zu hören. Bühne und Kostüme stammen von Herbert Murauer, für das Video zeichnet Bibi Abel verantwortlich.
So wird „Mazeppa“ zu einem großen historischen Operndrama über Liebe und Verrat, politische Macht und eine Familie, deren Mitglieder zunehmend die Kontrolle über die von ihnen selbst ausgelösten Konflikte verlieren.
Frankfurter Erstaufführung 13. September 2026
weitere Aufführungen: 18., 20. und 26. September sowie 1., 4., 10. und 15. Oktober 2026

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