Das Sprengel Museum Hannover widmet sich mit einer umfangreichen Schau der Werkentwicklung von Horst Antes, einem der einflussreichsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Die Ausstellung bietet einen konzentrierten Blick auf ein Œuvre, das über Jahrzehnte hinweg die Grenzen figurativer und abstrakter Bildsprache immer wieder neu ausgelotet hat.

Horst Antes (*1936) zählt zu den zentralen Protagonisten der deutschen Nachkriegsavantgarde. Sein künstlerischer Weg ist untrennbar verbunden mit der Suche nach einer eigenständigen Bildsprache zwischen Figuration und Abstraktion: In seinen Gemälden, Zeichnungen und plastischen Arbeiten tritt der Mensch als reduzierte, zugleich expressive Figur auf, oft kanalisiert durch eine formale Strenge und rhythmische Komposition. Charakteristisch für sein Werk ist die wiederkehrende Auseinandersetzung mit der menschlichen Gestalt – nicht als naturalistische Abbildung, sondern als Träger von Bewegung, Haltung und innerer Spannung.

Die Ausstellung im Sprengel Museum versammelt Schlüsselwerke aus verschiedenen Schaffensphasen und macht die Entwicklung eines künstlerischen Kosmos sichtbar, in dem sich Differenz, Wiederholung und reflexive Formfindung gegenseitig durchdringen. Neben frühen Arbeiten, die noch im Kontext der 1960er-Jahre stehen, zeigt die Schau auch spätere Positionen, in denen Antes mit Farben, Linien und Raumbeziehungen experimentiert. Die Reduktion seiner Figuren, ihre rhythmische Platzierung im Bildraum und die Balance zwischen Struktur und spontaner Geste machen das Werk zu einem ebenso analytischen wie sinnlichen Erlebnis.

HORST ANTES im Sprengel Museum eröffnet eine konzentrierte Perspektive auf ein künstlerisches Leben, das in seinen wiederkehrenden Fragen nach Form, Identität und Bildwerdung eine Brücke schlägt zwischen klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunstpraxis. Die Ausstellung lädt dazu ein, die Spannung zwischen bedacht gesetzter Form und organischer Erzählkraft in Bildern zu erleben, die in ihrer Klarheit und Vielschichtigkeit lange nachwirken.
11. April bis 5. Juli 2026

www.sprengel-museum.de