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Der Impressionismus und die Französische Kunst des 18. Jahrhunderts in Frankfurt.  

Pierre-Auguste Renoir ist einer der herausragenden Maler des französischen Impressionismus – und weit mehr als das. Das Städel Museum befasst sich vom 2. März bis 19. Juni 2022 in einer groß angelegten Sonderausstellung erstmals intensiv mit den überraschenden Bezügen seiner Kunst zur Malerei des Rokoko. Galt diese nach der Französischen Revolution zunächst als frivol und unmoralisch, so erlebte sie im 19. Jahrhundert eine fulminante Wiederbelebung und war zu Lebzeiten Renoirs überaus präsent. Als Porzellanmaler ausgebildet, war der Maler selbst bestens mit der Motivwelt von Künstlern wie Antoine Watteau, Jean-Baptiste Siméon Chardin, François Boucher und Jean-Honoré Fragonard vertraut. Renoir teilt mit dem Rokoko die Vorliebe für bestimmte Themen wie das Flanieren in Parkanlagen und am Flussufer, die Rast im Freien oder das Gartenfest. Ebenso widmete er sich der Darstellung häuslicher Szenen und befasste sich wiederholt mit dem familiären Beieinander sowie mit intimen Momenten wie dem Baden, Lesen oder Musizieren.

Pierre-Auguste Renoir, Frau mit Sonnenschirm in einem Garten, 1875, Öl auf Leinwand, 54,5 × 65,0 cm, Museo Nacional Thyssen Bornemisza, Madrid, Foto: © Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid

Pierre-Auguste Renoir, Frau mit Sonnenschirm in einem Garten, 1875, Öl auf Leinwand, 54,5 × 65,0 cm, Museo Nacional Thyssen Bornemisza, Madrid, Foto: © Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid

Neben seiner Orientierung an der Motivwelt des Rokoko schätzte Renoir besonders die lockere und skizzenhafte Malweise sowie die leuchtende Palette dieser Werke, die sowohl für ihn als auch für zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler im Umfeld des Impressionismus vorbildhaft waren.
Die Ausstellung im Städel stellt die komplexe Rezeptionsgeschichte des Rokoko im 19. Jahrhundert in Frankreich vor. Durch treffende Gegenüberstellungen der Kunst Renoirs mit Werken des 18. Jahrhunderts sowie seiner Zeitgenossen – Edgar Degas, Édouard Manet, Claude Monet oder Berthe Morisot – entsteht ein Einblick in die vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Rokoko im Impressionismus.

François Boucher, Ruhendes Mädchen (Louise O´Murphy), 1751, Öl auf Leinwand 59,5 × 73,5 cm, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, Foto: Rheinisches Bildarchiv, www.museenkoeln.de/rba.de

François Boucher, Ruhendes Mädchen (Louise O´Murphy), 1751, Öl auf Leinwand
59,5 × 73,5 cm, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, Foto: Rheinisches Bildarchiv, www.museenkoeln.de/rba.de

„Das erste Ausstellungshighlight im Frankfurter Städel 2022 ist dem Meister des Impressionismus und seiner Rokoko-Leidenschaft gewidmet. Damit knüpft ‚Renoir. Rococo Revival‘ nicht nur an vorangegangene große Ausstellungen zur französischen Kunst der Moderne im Städel an, sondern schließt auch so manche Lücke in einem noch überraschend wenig erforschten Themenfeld des Impressionismus. Dass wir diese Ausstellung in Zeiten der Pandemie vollumfänglich planen und umsetzen konnten, verdanken wir dem herausragenden Einsatz und Engagement von allen Beteiligten, den leihgebenden Museen sowie unseren Förderern und Partnern. Es ist ein großes Glück, sie alle an der Seite des Städel Museums zu wissen“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.
2. März bis 19. Juni 2022

www.staedelmuseum.de